München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eingeräumt, die vierte Corona-Welle in ihrer Wucht nicht kommen gesehen zu haben. Dass es eine vierte Welle geben werde, hätten viele erkannt. „Die Dynamik und Geschwindigkeit, die haben viele nicht gesehen, ich auch nicht“, sagte Söder am Dienstag in einer Regierungserklärung im Landtag. Auch renommierte Wissenschaftler hätten eine Entwicklung, wie sie sich aktuell präsentiert, nicht vorausgesehen, sagte Söder.

Der bayerische Regierungschef betonte, es gebe aus seiner Sicht noch keine gesetzliche, wohl aber eine moralische Impfpflicht. „Wir brauchen mehr Idealisten im Land statt Ich-linge“, sagte Söder. Nicht in jeder Gaststätte werde etwa - wie vorgeschrieben - nach dem Impfausweis gefragt. Es gebe Menschen, die Impfausweise oder Testergebnisse fälschten. Söder bezeichnete dies als unsolidarisch. Wer so etwas tue, zeige, dass er keine Solidarität mit anderen habe. Er kündigte massive Kontrollen und erhebliche Strafen an. „Wer sich nicht solidarisch verhält, muss auch damit rechnen, dass man einen Betrieb schließt“, betonte der Ministerpräsident.

Söder mit Appell an ungeimpfte Fußballer: Impfung „sollte endlich passieren“

Söder riet in seiner Regierungserklärung ungeimpften Fußballprofis wie zum Beispiel Nationalspieler Joshua Kimmich von Rekordmeister Bayern München zu einer Impfung gegen das Coronavirus. „Ich würde mir wünschen, dass Profifußballer endlich diesen Schritt gehen, gerade auch im Interesse der Fans. Das sollte endlich passieren“, sagte der CSU-Politiker.

Beim FC Bayern fallen derzeit unter anderem fünf ungeimpfte Spieler um Kimmich aus, da diese als Kontaktperson eines Corona-Infizierten in Quarantäne mussten. „Impfen hilft, impfen schützt Leben“, ergänzte Söder.