München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, dass Ungeimpfte künftig für ihre Corona-Tests zahlen sollen. „Es ist eine Frage der Fairness“, sagt der CSU-Vorsitzende im ZDF. Es stehe nun ausreichend Impfstoff zur Verfügung und die Kosten für Corona-Schnelltests seien eine große Belastung für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag gesagt, dass man mittelfristig über Änderungen bei den bisher kostenlosen Schnelltests nachdenken müsse. Bislang zahlt der Staat die Kosten für die sogenannten Bürgertests. Dafür hatte die Regierung insgesamt mit bis zu einer halben Milliarde geplant. Diese Grenze wurde allerdings schon im Frühjahr überschritten.

Ein negatives Testergebnis ermöglicht vielerorts eine Reihe von Freizeitaktivitäten, wie etwa den Besuch einer Veranstaltung. Bis kürzlich musste auch beim Eintritt in ein Geschäft oder beim Friseurbesuch ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden.

Debatte um mehr Freiheiten für Geimpfte geht weiter

Für Geimpfte hingegen plädierte der CSU-Chef für mehr Freiheiten. Dazu gehöre etwa der Wegfall von Quarantänevorschriften für voll Geimpfte und „ab Herbst auf jeden Fall die Öffnung von Klubs und Nachtgastronomie“, so Söder.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich hingegen strikt gegen eine Lockerung der Maßnahmen für Ungeimpfte aus. Er kritisierte weiter die großzügigen Lockerungen, die kürzlich in Großbritannien beschlossen wurden. „Wenn wir aber jetzt nicht drastisch öffnen und uns an die wichtigste Regel im Pandemie-Sommer halten, nämlich draußen geht viel, drinnen muss man vorsichtig bleiben, dann kommen wir gut durch.“