BerlinFür 90 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuerzahler wird ab 2021 der Solidaritätszuschlag wegfallen. Allerdings: Wer als Single mehr als 6004 Euro im Monat brutto verdient, muss weiter zahlen – wenn auch weniger als die bisherigen 5,5 Prozent der zu zahlenden Lohnsteuer. Erst ab 9000 Euro im Monat wird weiter der Höchstsatz fällig. Der „Soli“ wurde 1991 zur Finanzierung der Wiedervereinigung eingeführt.

Laut Bundesfinanzministerium betrifft das 3,5 Prozent der Einkommens- und Lohnsteuerzahler. Besonders entlastet werden dabei Arbeitnehmer in den mittleren und höheren Gehaltsklassen, die bisher viel Soli zahlten. Aber auch Geringverdiener werden entlastet, sofern sie Lohnsteuer zahlen. 

Für Eltern ist die Ersparnis etwas geringer. Grund dafür ist die Erhöhung des Kindergeldes sowie des Kinderfreibetrags. Für verheiratete Paare, bei denen nur ein Ehepartner einkommenssteuerpflichtig ist, liegt die Freigrenze bei 11.160 Euro im Monat.

Ein westdeutscher Single mit einem Jahreseinkommen von 35.000 Euro (brutto) spart beispielsweise ohne Soli 251 Euro im Jahr. „Die Änderung des Solidaritätszuschlags ist eine besonders bequeme und einfache Gelegenheit, ab Januar die drohende Rentenlücke im Alter zu schließen oder das Thema Vermögensaufbau anzugehen“, sagt Experte Thimm Blickensdorf von Growney der Bild-Zeitung. 

So könnte ein 25-jähriger Berufsanfänger von seinen knapp 18 Euro Mehrverdienst immerhin bis zum Alter von 65 Jahren ein kleines Vermögen von mehr als 40.000 Euro machen (bei 6,4 Prozent Rendite).