Karlsruhe - Die Kindermorde von Solingen werden den Bundesgerichtshof beschäftigen. Die Verteidiger der zu lebenslanger Haft verurteilten Mutter der Kinder hätten fristgerecht Rechtsmittel gegen das Urteil des Wuppertaler Landgerichts eingelegt, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch auf dpa-Anfrage.

Die 28-Jährige war für die Ermordung von fünf ihrer sechs Kinder zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Wuppertaler Landgericht stellte zudem die besondere Schwere ihrer Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.

Solinger Kindermorde: Opfer waren zwischen einem und acht Jahre alt

Die Kinder waren zwischen einem und acht Jahre alt. Nur der älteste Sohn der Frau überlebte die Tat. Die Hausfrau hatte die fünf Kinder nach Überzeugung des Gerichts heimtückisch umgebracht, indem sie sie erst betäubte und dann nacheinander ertränkte oder erstickte. Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht fest. Die Hausfrau hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt.

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Deutsche hatte ihre Unschuld beteuert und behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen und habe ihre Kinder getötet.