TikTok: Chinas Regierung plante wohl verdeckte Propaganda-Accounts

Laut einem Medienbericht sollen chinesische Behörden den TikTok-Konzern um anonyme Nutzerkonten zur Verbreitung von Regierungspropaganda gebeten haben.

Vor allem bei Teenagern beliebt, wegen Sicherheitsbedenken verrufen: die chinesische App TikTok. (Symbolbild)
Vor allem bei Teenagern beliebt, wegen Sicherheitsbedenken verrufen: die chinesische App TikTok. (Symbolbild)AFP/ Loic Venance

Die chinesische Regierung hat offenbar geplant, verdeckte Propaganda-Accounts auf der Social-Media-Plattform TikTok zu erstellen. Wie aus internen Chatverläufen hervorgehe, die der US-Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegen, habe sich eine für PR-Angelegenheiten zuständige chinesische Regierungsbehörde mit diesem Anliegen direkt an Mitarbeiter des Unternehmens gewandt. Ziel der Aktion sei es gewesen, explizit auf westliche Nutzer abgestimmte Propaganda-Inhalte in der App zu verbreiten.

Aus einer Nachricht an Elizabeth Kanter, Leiterin für Regierungsbeziehungen bei TikTok, gehe hervor, dass man den Konzern darum gebeten habe, entsprechende Accounts nicht öffentlich als staatlich kontrollierte Nutzerkonten zu kennzeichnen. Den chinesischen Behörden sei es darum gegangen, „Inhalte zu fördern, die die beste Seite Chinas zeigen“. TikTok selbst habe die „sensible“ Anfrage laut eigenen Angaben abgelehnt, da derartige Accounts gegen die Community-Richtlinien der App verstoßen würden.

ByteDance-Konzern: Wie viel Einfluss hat Chinas Regierung auf TikTok?

Seit 2020 ist TikTok das weltweit beliebteste soziale Medium und überholte damit sogar Mark Zuckerbergs Facebook. Dabei ist die App ein Kernprodukt des IT-Konzerns ByteDance, der – wie alle chinesischen Unternehmen – strengen Regularien der Kommunistischen Partei unterliegt. Aufgrund des direkten Einflusses der Regierung von Präsident Xi Jinping auf das Unternehmen warnten Experten immer wieder vor möglichen Sicherheitsrisiken sowie vor Propaganda und Zensur auf TikTok.

Im Rahmen internationaler Expansionspläne TikToks im Jahr 2020 war es wegen der Staatsnähe des ByteDance-Konzerns zu einem Konflikt zwischen dem Unternehmen und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gekommen. Dieser hatte TikTok mehrfach als Risiko für die nationale Sicherheit bezeichnet und gedroht, die App in den Vereinigten Staaten zu verbieten, sollte ByteDance nicht an den US-Konkurrenten Microsoft verkaufen. Eine letztliche Einigung sah die Verarbeitung amerikanischer Nutzerdaten durch ein US-Unternehmen außerhalb der Reichweite Chinas vor.