Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, warnt vor einer Überforderung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei der Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge. „Die Belastung der Ehrenamtlichen, die Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben, ist in erster Linie eine psychische, indem man tatsächlich mitleidet“, sagte Schneider dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). Wenn dann auch noch Frust hinzukomme, weil es mit den notwendigen Hilfen aufgrund von zu viel Bürokratie nicht vorangehe, steige die Belastung für die Geflohenen wie für die Helfenden gleichermaßen.

Die Ukrainer sind digital orientiert

„Nach der Erstaufnahme treten wir jetzt in eine zweite Aufnahmephase ein. Damit sind auch die Grenzen des Ehrenamtes erreicht“, sagte Schneider. Für die Anerkennung von Berufsabschlüssen, Schulangebote für Kinder, Spracherwerb oder Rehabilitationsmaßnahmen brauche es jetzt funktionierende Netzwerke zwischen Ehrenamt und professioneller sozialer Arbeit.

Laut Schneider sind nun sowohl für Geflüchtete als auch für Ehrenamtliche Antworten auf praktische Fragen zur Registrierung und Beantragung von Hilfeleistungen nötig. „Dazu braucht es im Übrigen keine Flyer, sondern gute Internetangebote, da die aus der Ukraine geflohenen Menschen ausgesprochen digital orientiert und kompetent sind.“