Berlin - Wer auch lange nach der üppigen Sommerzeit noch Blüten und frisches Leben in seinem Garten haben möchte, muss jetzt handeln. Im Sommer – am besten im August – kommen beispielsweise herbstblühende Krokusse und Herbstzeitlose in die Erde.

Das ist übrigens auch wichtig, damit Bienen, Hummeln und andere Insekten noch spät im Gartenjahr Nahrung finden, so die Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved.

Damit sich die beiden Blumen gut entwickeln, kann man beim Pflanzen etwas organischen Volldünger in das Loch geben, rät Schwedtke.

Was gibt es bei den Herbstzeitlosen zu beachten?

Meist können Herbstzeitlose (Colchicum) direkt in die Erde. Ihre Zwiebeln sollten je nach Größe zehn bis 20 Zentimeter tief eingepflanzt werden.

Sollte sich die Blüte aber vor dem Einpflanzen schon weit entwickelt haben, empfiehlt Schwedtke, diese auf die Fensterbank zu stellen und zu Ende blühen zu lassen. Dafür brauche die Pflanze kein Wasser. Erst im Anschluss kommt sie in die Erde.

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Die Blüten der Herbstzeitlosen. 

Herbstzeitlose gehören zu den Liliengewächsen. Sie sind in der Kultur nicht anspruchsvoll. Sie bevorzugen Sonne und lichten Halbschatten sowie einen nahrhaften, frischen und feuchten Boden, erklärt Schwedtke. Am schönsten wirken Herbstzeitlose in größeren Gruppen, zum Beispiel am Gehölzrand.

Wichtig für das kommende Jahr: Das Laub sollten Hobbygärtner nach der Blüte keinesfalls abschneiden. Die Zwiebel braucht es, um Kraft für die nächste Blüte zu sammeln.

Was gibt es bei herbstblühenden Krokussen zu beachten?

Herbstblühende Krokusse sind im Mittelmeerraum und in Kleinasien heimisch. Sie mögen daher vollsonnige Standorte und brauchen durchlässigen, leichten und doch nährstoffreichen Boden. Sie kommen etwa sechs bis zehn Zentimeter tief in die Erde. Schwedtke nennt als Faustregel: Dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist.

Damit herbstblühende Krokusse zuverlässig blühen, müssen die Knollen im Sommer an solchen warmen, trockenen Standorten ausreifen. Nur der heimische Prachtkrokus (Crocus speciosus) und seine Sorten gedeihen problemlos auch im lichten Schatten und auf etwas feuchterem Untergrund.

Übrigens: Leichte, frühe Fröste schaden dem Herbstkrokus nicht. Die Blüten schließen sich dann einfach und warten, bis es wieder wärmer wird. Kurz nach der Blüte erscheint das Laub, das den Winter über stehen bleibt.

Die zartvioletten, weißen und hellblauen Schalenblüten der Herbstkrokusse kommen im Steingarten oder am Gehölzrand zur Geltung. Herbstkrokusse wachsen auch durch nicht zu hohe Bodendecker – laut Schwedtke ist das sogar ein Vorteil. Denn die grünen Teppiche stützen die etwas schlaksigen Blüten.

Am besten entfalten Herbstkrokusse ihre Pracht, wenn sie in großen Kolonien verwildern dürfen – sich also ohne weitere Pflege vermehren dürfen. Hierfür eignen sich unkomplizierte Arten wie der Prachtkrokus (Crocus speciosus) und der Rosen-Herbst-Krokus (Crocus pulchellus).