BerlinIn einem Spätverkauf mit einer getarnten Tür zu einem Berliner Club hat die Polizei diverse Drogen und einige griffbereit liegende Waffen gefunden. Am Montag vor einer Woche fiel dem Ordnungsamt bei einer Kontrolle auf, wie sich eine Tür bewegte, die durch einen Kühlschrank getarnt wurde. Am Donnerstag erschienen die Ordnungsamt-Mitarbeiter erneut, um die Räume und die Tür zu überprüfen, diesmal wurden sie von Polizisten begleitet, wie das Bezirksamt am Montag mitteilte. 

Bei der Durchsuchung des Spätverkaufs stießen die Polizisten auf Drogen, wie die Polizei bei Facebook schrieb: am Tresen, hinter dem Tresen, neben dem Tresen und in den Taschen des Verkäufers. Dort lagen und standen zudem ein Baseballschläger, ein Teleskopschlagstock, diverse Dosen mit Pfefferspray und ein Hammer.

Hinter dem Kühlschrank ging es in die Clubräume, wo laut Bezirksamt Aufbauarbeiten für einen musikalischen Live-Stream liefen. Auch dort gab es laut Polizei Drogen: auf einem Stehtisch, in zwei großen Tüten auf einem Tisch und in der Kleidung eines Mannes. Der Spätverkauf und der Club wurden vorerst geschlossen.

Diesen Beitrag posteten die Betreiber des Clubs Melancholie 2 auf ihrer Facebook-Seite. 

Allerdings ist dieser Seiteneingang durch den Späti in den Club, der zwischen Kreuzberg und dem Alexanderplatz liegt, nicht ganz so unbekannt. Gäste kennen ihn laut Kommentaren im Internet durchaus und Besucher nutzen ihn auch.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), begrüßte es, dass es trotz aller Corona-Kontrollen weiter auch gewerberechtliche Kontrollen gebe. Er wünschte allen Berlinern „schöne Überraschungen hinter den Türchen in ihren Adventskalendern - Kühlschranktüren sind dafür offensichtlich nicht geeignet“.

Die Betreiber des betroffenen Clubs und Spätis sind nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie die Behörden über den Polizeieinsatz berichten. Aus gewöhnlichem CBD, also legal erwerbbarem Cannabidiol, würden in der behördlichen Darstellung illegale Drogen, berichtet der RBB unter Berufung auf einen Facebook-Eintrag der Betreiber. Das CBD sei den Besitzern wieder zurückgegeben worden. Cannabidiol fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es ist als Arzneimittel verschreibungspflichtig. Auch der angebliche Geheimgang sei nicht geheim, sondern vielen Menschen bekannt, so die Club-Betreiber. Der „Gag mit dem Kühlschrank“ sei kein Geheimnis gewesen.