Berlin - Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verwendet werden können. „Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Bild-Zeitung vom Samstag. „Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“

Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, „der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen“, kündigte Spahn an. „So bekommen noch mehr Impfwillige ihre Freiheit zurück.“

Bürger müssen Kosten für Antikörpertests tragen

Bisher ist laut der geltenden Corona-Schutzverordnung ein sogenannter Genesenen-Nachweis nötig, um eine durchgemachte Corona-Infektion zu belegen. Dabei handelt es sich um den Nachweis eines entsprechenden Labortests während der Erkrankung, der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate alt ist. Liegt ein solcher Nachweis vor, genügt eine Impfdosis für den Status als vollständig Geimpfter.

Die neue Regel werde laut dem Gesundheitsministerium in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben und gelte dann sofort, berichtete die Zeitung. Die Kosten für den Antikörpertest müssten die Bürgerinnen und Bürger aber selbst tragen.

Für den Status als Genesener, der für sechs Monate nach der Infektion gilt, ist dem Bericht zufolge weiterhin der entsprechende Labortest nötig. Dies hänge damit zusammen, dass Antikörpertests nicht den Zeitpunkt der durchgemachten Infektion bestimmen können.