Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Foto Frank Rumpenhorst/dpa

BerlinEine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche.

Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet. Weltweit sind Unternehmen dabei, Impfstoffe zu entwickeln.

Spahn verwies auf den russischen Impfstoff Sputnik V. Der Name zeige, dass hier das Ziel der Schnelligkeit gelte. Eine vorschnelle Zulassung würde weltweit Vertrauen verspielen, mahnte der Minister.

Neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III

Der Leiter der Sanofi-Impfstoffsparte, Thomas Triomphe, sagte, das Unternehmen entwickele zwei Impfstoffe. Bei den verschiedenen Test-Phasen gebe es keine Abstriche im Vergleich zu anderen Impfstoffen. Ziel sei es, jährlich mehr als eine Milliarde Dosen herzustellen. Dazu müssten bereits jetzt die Vorbereitungen getroffen werden. Vom am weitesten fortgeschrittenen Impfstoff, den Sanofi zusammen mit dem Unternehmen GSK entwickele, sollten mehrere 100 Millionen Dosen in Frankfurt hergestellt werden. Zudem sollen weitere Standorte in Europa den Impfstoff produzieren.

Das Paul-Ehrlich-Institut hatte am Freitag erklärt, es rechne mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit seien neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III.

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