Berlin - Das Corona-Gremium der Bundesregierung will den Inzidenz-Wert offenbar aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. Nach Bild-Informationen hat das Kabinett am Montag entschieden, den während der Corona-Pandemie für Maßnahmen ausschlaggebenden Wert zu tilgen. Der Bundestag muss die Änderung noch absegnen. Bereits am Montagmorgen hatte es geheißen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plane die Streichung der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 als zentrales Kriterium im Infektionsschutzgesetz. „Die 50er-Inzidenz im Gesetz hat ausgedient“, sagte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. Er forderte, als Orientierung bei der Regelung von Corona-Maßnahmen die Hospitalisierungsrate zu verwenden.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hatte sich bei Bild TV ebenfalls für eine schnelle Abkehr von der 50er-Inzidenz ausgesprochen. „Wir haben gelernt: Die Inzidenz alleine ist nicht mehr aussagekräftig“, sagte er. Es sei bekannt, „dass 50 heute nicht mehr das Gleiche ist wie vor einem Jahr, weil so viele Menschen geimpft sind“.