Jens Spahn beim Besuch des St.-Josef-Hospitals in Bochum.
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BottropBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge würde der Staat „mit dem Wissen heute (...) keine Friseure mehr schließen und keinen Einzelhandel mehr schließen“. Das werde nicht noch einmal passieren, sagte der Minister laut „Bild“-Zeitung am Dienstag bei einem Auftritt auf dem Marktplatz in Bottrop.

Abstand, Hygiene und Masken sind Spahn zufolge weiterhin wichtig. Bei seinem Auftritt sagte er weiter, man habe gelernt, „wie wir uns schützen können, ohne dass es diese Maßnahmen braucht“. Besuchsverbote in Pflegeeinrichtungen würden beispielsweise nicht noch einmal benötigt, so der Minister. 

Am Rande eines Klinikbesuchs in Bochum verteidte Spahn zugleich, dass im März mit dem damaligen Wissen und der damaligen „Infektionsdynamik “ weitgehende Maßnahmen im öffentlichen Leben verhängt wurden. Nun, Anfang September, wisse man aber, „wie wir gut etwa im Einzelhandel im Regelbetrieb damit umgehen können, vor allem wenn wir Masken tragen und Abstand halten, ohne dass es zu Einschränkungen kommt“.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, teilt Spahns Einschätzung, gewisse Wirtschaftsbereiche mit dem heutigen Wissen nicht mehr wegen der Pandemie schließen zu wollen. „Wir sind ja ein lernendes System. Niemand wusste, wie man mit so einer Pandemie umgeht“, so Brinkhaus. Zum Beispiel hätte man die Infektionszahlen seiner Ansicht nach besser nachverfolgen müssen. Insgesamt habe man in Deutschland aber sehr viel richtig gemacht.