Berlin - Berlin will so schnell wie möglich mit den Corona-Impfungen beginnen, sobald der Impfstoff zur Verfügung steht. „Wir haben uns innerhalb der Bundesländer verständigt, dass, wenn der Impfstoff kommt, wir sofort mit dem Impfen starten“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Senats. „Wir sind in Berlin gut vorbereitet. Die Impfzentren werden Anfang der Woche fertig sein.“

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will den Weg dafür freimachen, dass der Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech bereits vor Weihnachten auch in der EU zugelassen wird. Bereits am 21. Dezember werde sie ihr Gutachten dazu vorlegen, kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstag, er sei optimistisch, dass der Impfstoff am 23. Dezember zugelassen werde. „Wir setzen alles daran, dass sobald wie möglich zugelassen wird“, sagte er. Von Anfang an habe sich die EU darauf verständigt, dass es nicht wie etwa in den USA eine Notzulassung geben wird.

Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci sagte am Dienstag „Wenn es dazu kommen sollte, dass am 23. die Zulassung bei der EMA kommt, dann muss man ein paar Tage noch dazurechnen, bis der Impfstoff uns erreicht.“ Kalayci kündigte an, dass die Impfungen in den Pflegeheimen beginnen: „Das wird das Erste sein, womit wir starten werden mit mobilen Impfteams“, so die SPD-Politikerin. Die Pflegeeinrichtungen seien bereits informiert und aufgefordert, sich auf die Impfungen vorzubereiten.

Dazu gehöre auch, „mit den Angehörigen alles zu besprechen“. Abfragen in Pflegeeinrichtungen hätten gezeigt, dass die Impfbereitschaft sehr hoch sei. Zahlen könne sie dazu aber nicht nennen. „Es ist aus meiner Sicht ganz elementar, um diese hohen Sterberaten unter den über 90-Jährigen zu begrenzen, dass frühzeitig der Impfstoff zu den älteren Menschen kommt“, sagte Kalayci.

Die nächste Gruppe seien die über 80-Jährigen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben. „Für die haben wir ein Einladungswesen vorbereitet“, so die Senatorin. Sobald feststehe, wann der Impfstoff da sei, gehe „per Knopfdruck“ ein Schreiben an die über 80-Jährigen. Abhängig von der Verfügbarkeit des Impfstoffs würden diese älteren Menschen dann jahresstufenweise zu Impfungen in die Impfzentren eingeladen.

In den USA und Großbritannien ist der Impfstoff der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech bereits mit einer Notzulassung auf dem Markt.