Der Karneval ist für viele Orte in NRW ein großer Wirtschaftsfaktor (Archivbild).
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BerlinGesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat laut Rheinischer Post gesagt, er könne sich in diesem Winter keinen Karneval vorstellen. In einer Telefonschaltkonferenz des Gesundheitsausschusses soll er Teilnehmern zufolge gesagt haben: „Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.“

Laut Deutscher Presse-Agentur war Spahn von Mitgliedern des Ausschusses nach seinen Äußerungen zu Familienfeiern und Festen gefragt worden und was das mit Blick auf den Karneval bedeute. Der Minister hatte zuvor angeregt, wegen des Ansteckungsrisikos noch einmal über die maximale Personenzahl bei privaten Festen zu sprechen.

Karnevalskomitee gegen Absage schon jetzt

Das Festkomitee Kölner Karneval sprach sich gegen eine Absage des Karnevals schon zum jetzigen Zeitpunkt aus. Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees, des Dachverbands der meisten Kölner Karnevalsvereine, sagte aber auch: Sollte die Zahl der Infizierungen in nächster Zeit weiter zunehmen und die Corona-Schutzverordnung wieder verschärft werden - etwa so, dass sich nur noch Gruppen von bis zu zehn Menschen treffen dürften -, dann seien Karnevalsfeiern natürlich nicht möglich.

Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Karl-Ludwig Fess, sagte der Rheinischen Post, eine Absage wäre für die Hochburgen ein „wirtschaftliches Desaster“. Er forderte Spahn auf, den Bundesverband und Regionalvertreter zu Gesprächen einzuladen.