Berlin - Angesichts der nach wie vor recht hohen Corona-Zahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angemahnt, dass Lockerungsschritte nun vorsichtig gegangen werden müssten. „Wir lockern gerade bei deutlich höheren Inzidenzen, als die meisten anderen Länder bei höheren Impfquoten gelockert haben“, sagte Spahn am Montag in Berlin. Das gelte etwa für Großbritannien und Israel.

Es gebe eine ermutigende Entwicklung bei den Neuinfektionen und auch auf den Intensivstationen. „Aber wir sind immer noch auf sehr, sehr hohem Niveau.“ Auch angesichts des schönen Wetters steige die Laune. „Jetzt darf aus der Zuversicht kein Übermut werden.“

Wenn geöffnet werde, solle dies im Freien geschehen. „Das Risiko draußen ist mindestens um den Faktor 10 geringer als drinnen“, sagte Spahn.

Spahn: Beim Reisen noch zurückhaltend vorgehen

Spahn rief die Menschen in Deutschland dazu auf, beim Reisen vorerst noch zurückhaltend vorzugehen. „Das Gefühl ist im Moment besser als die Lage“, sagte er.

Bei der Reiseaktivität sei nicht allein die Inzidenz am Zielort entscheidend, sondern auch der Weg. Wenn überhaupt schon Öffnungsschritte gegangen werden, müsse dies sehr stark test-gestützt gemacht werden. „Auch aus Selbstschutz der Regionen macht es sehr viel Sinn, nicht durch zu viel Mobilität es gleich schon am Anfang zu gefährden.“

Zum Wochenstart veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) neue Zahlen zur Ausbreitung des Virus: 6922 Corona-Neuinfektionen gab es binnen eines Tags. Vor einer Woche hatte der Wert bei 9160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger.

Die Inzidenz liegt bei 119,1. Am Vortag lag sie etwas niedriger. Es waren 118,6 binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In der Vorwoche waren es 146,9.