Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet laut einem Medienbericht ab dem Herbst mit neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. „Die vierte Welle kommt“, sagte Spahn laut Bild-Zeitung am Freitag in einer offenen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Auch eine neue Überlastung des Gesundheitssystems sei möglich. Man müsse daher „noch einmal durchhalten bis zum Frühjahr“.

Spahn sagte demnach aber auch, dass „drei von vier Deutschen künftig keine Kontaktbeschränkungen erleben“ werden. Er bezog es offensichtlich darauf, dass Geimpfte und Genesene von Einschränkungen ausgenommen werden sollen. Zugleich warnte der Minister laut Bild Nicht-Geimpfte: „Jeder der nicht geimpft ist, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Monaten anstecken.“

Wissler: Inzidenzwert sollte nicht die wichtigste Richtgröße sein

Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler warnte davor, den Inzidenzwert nicht mehr als wichtigste Richtgröße in der Coronapolitik zu nutzen. „Bei aller berechtigten Kritik sind der Inzidenz und der R-Wert weiterhin die sinnvolleren Indikatoren für das Infektionsgeschehen“, sagte Wissler dem Spiegel. „Wer die Hospitalisierung zum Maßstab macht, ignoriert das Leid derer, die keinen schweren Verlauf haben, aber unter Langzeitfolgen leiden“, kritisierte die Linken-Politikerin mit Blick auf entsprechende Vorstöße einiger Bundesländer.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Freitag stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut und liegt nun bei 30,1. Demnach wurden binnen 24 Stunden 5578 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.