Spanien: Dutzende LNG-Schiffe stauen sich vor der Küste

Das begehrte Flüssiggas kann derzeit nicht entladen werden. Experten vermuten, dass die Lieferanten auf die Heizperiode und steigende Preise warten. 

Die LNG-Regasifizierungsanlage Bahia de Bizkaia Gas (BBG) in Vizcaya in Spanien
Die LNG-Regasifizierungsanlage Bahia de Bizkaia Gas (BBG) in Vizcaya in Spaniendpa/EUROPA PRESS

Vor der Küste Spaniens stauen sich derzeit mehrere Schiffe, die verflüssigtes Erdgas (LNG) geladen haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist der Hafen derzeit überlastet, es findet sich keine Stelle zum Entladen. Nur sechs Slots sind in dieser Woche zum Entladen frei, allerdings warten derzeit 35 Schiffe vor dem Hafen. 

Der spanische Gasnetzbetreiber Enagas sprach Reuters gegenüber von einer „außergewöhnlichen Betriebssituation“. Die starke Auslastung des Hafens soll noch bis November anhalten. Möglicherweise müssten LNG-Ladungen zurückgewiesen werden.  

Deutschland hat keine LNG-Terminals

Der Grund für den Stau ist offenbar aber nicht nur die Überlastung der Häfen. Einige Schiffe könnten darauf warten, dass die Heizperiode beginnt, um ihre Ladung dann teurer zu verkaufen. 

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fließt immer weniger russisches Gas durch die Pipelines. Deutschland will sich bald vollkommen unabhängig von Russland machen. Ersatz können nun die LNG-Lieferungen bieten. Einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität zu Köln (EWI) zufolge steigt der europäische Bedarf nach Flüssiggas deutlich. Zusätzliches Gas aus Pipelines kann nur aus wenigen Ländern bezogen werden. „LNG-Lieferungen aus den USA könnten die größte Rolle auf dem europäischen Markt übernehmen“, so Experten laut der Studie.

Deutschland verfügt über keine eigenen LNG-Terminals und ist somit besonders auf andere Länder angewiesen. In den Häfen von Brunsbüttel und Wilhelmshaven sollen schwimmende LNG-Terminals eingerichtet werden.