Was in Indonesien, Südkorea und Sambia bereits gängige Praxis ist, könnte nun auch in Europa etabliert werden: Menstruationsurlaub bei Regelschmerzen. Mit Spanien gibt es nun offenbar einen Vorreiter in der westlichen Welt. Denn auch dort soll es Frauen erlaubt werden, jeden Monat mehrere Tage frei zu machen, wenn sie Regelschmerzen haben. Der Vorstoß ist Teil eines neuen Gesetzesvorschlags, der nächste Woche vorgestellt werden soll.

Laut Medienberichten bereitet die sozialistisch geführte Koalitionsregierung in Spanien ein Gesetz vor, das Frauen über 16 Jahren erlauben soll, ohne Erlaubnis ihrer Eltern abzutreiben und bis zu fünf Tage Menstruationsurlaub im Monat zu nehmen. Genau genommen handelt es sich dabei um krankheitsbedingten Dienstausfall.

Spanien: Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte soll wegfallen

Das überarbeitete Gesetz würde eine 2015 von der konservativen Volkspartei eingeführte Maßnahme abschaffen, nach der Frauen im Alter von 16 und 17 Jahren für Abtreibungen die Zustimmung der Eltern einholen müssen, berichtete die britische Zeitung The Guardian. Außerdem soll die dreitägige Bedenkzeit für diejenigen wegfallen, die einen Abbruch vornehmen lassen wollen. Andere Teile des Gesetzentwurfs sehen vor, die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte abzuschaffen.

„Wenn es sich um ein Problem handelt, das medizinisch nicht gelöst werden kann, halten wir eine vorübergehende Krankschreibung für sehr sinnvoll“, erklärte Ángela Rodríguez, Staatssekretärin für Gleichstellung, im März gegenüber der Zeitung El Periódico.

Andere Zeitungen wie die El Pais aus Frankreich berichteten, der Gesetzentwurf sehe mindestens drei Krankheitstage pro Monat für Frauen mit starken Regelschmerzen vor. Dieser „medizinisch überwachte Urlaub“ für Frauen, die unter starken Krämpfen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen leiden, könne dann sogar auf fünf Tage verlängert werden, hieß es. Nach Angaben der Spanischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe leidet ein Drittel der Frauen unter schmerzhafter Menstruation.