Mehrere Banken in Deutschland drohen ihren Kunden aktuell mit Kündigung des Kontos. Wie die Tagesschau berichtet, droht die Kündigung, wenn Kunden Negativzinsen bei hohen Einlagen nicht zustimmen. Künftig könnte es allerdings auch vermehrt Kleinsparer treffen.

Für vermögende Kunden sind Negativzinsen bereits seit einiger Zeit ein Thema. Bereits im vergangenen Jahr hatte etwa die Stadtsparkasse Düsseldorf damit begonnen, ersten Kunden das Konto zu kündigen, wenn diese Negativzinsen nicht zustimmen wollten. Auch die Dortmunder Sparkasse soll nun mit den Kündigungen begonnen haben.

Weitere Banken drohen mit Kündigung

Die Postbank ist in den vergangenen Wochen den Berichten zufolge offenbar ähnlich vorgegangen und hat Kunden mit einem Guthaben über 50.000 Euro, die den Negativzinsen nicht zustimmten, gekündigt. Ein Sprecher betonte hier gegenüber der Tagesschau allerdings, dass es sich um wenige Einzelfälle handelte.

Auch weitere Institute drohen ihren Kunden mit einer Kündigung. Die ING  erwägt in den nächsten Wochen solche Maßnahmen bei Kunden, die die neuen Geschäftsbedingungen zu den Verwahrentgelten nicht akzeptieren. „Bei einer niedrigen vierstelligen Anzahl von Kunden, die auch nach mehrfacher Erinnerung nicht zugestimmt haben, werden wir diesen Schritt nun gehen und ihnen im April mit einer angemessenen Frist kündigen“, erklärte ein Sprecher der Direkt-Bank auf Anfrage.

Momentan haben bei vielen Banken erst rund 70 Prozent der Kunden den neuen Geschäftsbedingungen zugestimmt. Nun arbeiten die Geldinstitute die restlichen 30 Prozent ab. Die Banken werden Kündigungen dann aussprechen, wenn eine Zustimmungsquote von 85 bis 95 Prozent erreicht ist, meint Oliver Mihm, Chef der Bankberatungsfirma Investors Marketing.