Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mit Mund-Nasen-Maske.
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BerlinDer SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält es für möglich, dass kein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden werden kann. Zwar gebe es vier Projekte, deren Entwicklung relativ weit fortgeschritten sei, sagte Lauterbach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am späten Mittwochabend. Jetzt stehe aber die dritte Entwicklungsphase an. Hier werde getestet, ob sich die geimpften Probanden infiziert hätten. In dieser Phase scheiterten die meisten Wirkstoffe.

Auch gegen andere Coronaviren wie Sars und Mers gebe es keinen Impfschutz, sagte Lauterbach. Es gebe zwar eine Immunreaktion. „Ob ich damit Infektionen verhindern kann, das weiß kein Mensch.“

Lauterbach forderte in diesem Zusammenhang Vorkehrungen gegen eine mögliche zweite Infektionswelle im Herbst. Es habe noch nie eine weltweite Pandemie gegeben, die ohne zweite Welle ausgekommen wäre. „Eine zweite Welle ist die Regel und nicht die Ausnahme“, so der SPD-Gesundheitsexperte. Keine zweite Welle wäre die eigentliche Überraschung.

Dies sehe man auch in Ländern wie Japan oder Singapur, wo die Ansteckungen zunähmen, obwohl die Behörden dort bislang gute Arbeit geleistet hätten.