SPD-Politiker vergleicht Silvester-Randalierer mit Affen (Video)

In einer Wutrede schießt ein Lokalpolitiker der SPD nach den Silvester-Krawallen gegen Migranten. Sie sollten „zu Hause“ randalieren, „aber nicht bei uns“.

Knallerei an der Ecke Sonnenallee/Reuterstraße.
Knallerei an der Ecke Sonnenallee/Reuterstraße.Volkmar Otto

Der Frankfurter SPD-Politiker Thomas Bäppler-Wolf (SPD) hat sich mit einem wütenden Statement zu den Silvester-Randalen in mehreren deutschen Städten geäußert. Seine teils rassistischen Aussagen sorgen derzeit für Aufruhr. Die umstrittene Videobotschaft auf Instagram löschte Bäppler-Wolf zwar schnell wieder, doch ein Mitschnitt der Satire-Partei Die Partei kursiert weiter im Netz. Zuerst berichtete die Frankfurter Rundschau.

„Ich habe ehrlich gesagt die Schnauze voll, so wie viele andere in diesem Land“, erklärt Bäppler-Wolf zu Beginn des Videos, in dem er seinem Ärger über die Silvester-Krawalle Luft macht. „In welchem Land leben wir denn eigentlich“, fragt Bäppler-Wolf,  „in dem Menschen, die hierher kommen, weil sie auf der Flucht sind, weil sie Schutz suchen, sich dann hier so benehmen, wie sie es sich zu Hause nicht trauen würden?“

Bei den Randalierern handele es sich „zu 90 Prozent um keine Hochdeutsch sprechenden, gebildeten Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Wir wissen genau, von wem wir hier reden – auch wenn es jetzt Stress geben sollte.“ Besonders frappierend: Am Ende des fast fünfminutigen Videos vergleicht der SPD-Politiker die Silvester-Randalierer mit Affen. Es handele sich um „Menschen ohne Gehirn“, die evolutionär gesehen „noch weit vor den Affen“ einzuordnen seien.

Bäppler-Wolf: „Randalieren sollen sie zu Hause, aber nicht bei uns“

Am Ende seiner Wutrede fordert er die Täter auf, das Land zu verlassen. „Randalieren sollen sie zu Hause, aber nicht bei uns.“ Er und andere hätten langsam „die Schnauze voll von eurer Scheiß Cancel Culture, Woke-Diskussion, von eurem Scheiß Gendern, und von eurer blöden Political Correctness“, schießt Bäppler-Wolf auch gegen Medien und Politik. Derartige Debatten interessierten die Leute nicht, vielmehr sei ihnen wichtig, dass „sie hier sicher leben können“. 

Dass die Diskussion „wieder einmal“ rassistisch aufgeladen und Migration zum Problem erklärt werde, sei „grundfalsch“, heißt es indes von der Frankfurter Linke. Sie verurteile die Aussagen des Kommunalpolitikers scharf. Thomas Bäppler-Wolf sitzt seit 2016 im Frankfurter Stadtparlament.

Auch die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen für die bevorstehende Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus, Bettina Jarasch, hatte zuletzt vor einer Verengung der Debatte um die Krawalle auf einen Migrationshintergrund bei Verdächtigen gewarnt. Zudem wandte sie sich einem Bericht nach gegen „kurzfristigen Aktionismus“ beim Umgang mit jungen Tätern.