Spionage für Saudi-Arabien: Ex-Twitter-Mitarbeiter verurteilt

Ahmed A. soll gegen Bezahlung Informationen über saudische Beamte und Mitglieder der Königsfamilie gesammelt haben.

Der Twitter-Sitz in San Francisco. In den USA wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns wegen Spionage zu einer Haftstrafe verurteilt.
Der Twitter-Sitz in San Francisco. In den USA wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns wegen Spionage zu einer Haftstrafe verurteilt.AP/Noah Berger

In den USA ist ein ehemaliger Twitter-Mitarbeiter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Bereits im August wurde Ahmad A. schuldig gesprochen, das Strafmaß wurde nun auf dreieinhalb Jahre festgesetzt. Die US-Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Geldwäsche, Betrug und illegale Agententätigkeit für eine ausländische Regierung vor.

Ahmed A. soll vor einigen Jahren Twitter-Nutzerdaten an Saudi-Arabien weitergegeben und damit möglicherweise Nutzer der Verfolgung ausgesetzt haben. Er war bei Twitter für die MENA-Region („Middle East and North Africa“) zuständig, wie sich aus einer Pressemitteilung des US-Justizministeriums entnehmen lässt. 

Twitter-Mitarbeiter durch saudischen Beamten bestochen

Er soll Bestechungsgelder von saudi-arabischen Beamten angenommen haben, um auf private Informationen von anderen Beamten von Saudi-Arabien sowie Mitglieder der Königsfamilie zuzugreifen und diese zu beobachten. Zudem soll er saudischen Beamten dabei geholfen haben, sensible Informationen über Journalisten und andere Prominente ausfindig zu machen.

Der Beamte soll zunächst Leiter des privaten Büros eines Mitglieds der saudischen Königsfamilie gewesen sein und später zum Verteidigungsminister und schließlich zum stellvertretenden Kronprinzen ernannt worden sein. Diese Informationen treffen auf Mohammed bin Salman zu. Dieser wird jedoch in der Pressemitteilung des Justizministeriums nicht namentlich genannt.

Ahmed A. soll sich mit dem saudischen Beamten zudem in London getroffen und dabei eine Luxusuhr erhalten haben. Auch soll für ihn ein Konto im Libanon eröffnet worden sein, auf das später 100.000 Dollar überwiesen wurden. Zusätzlich zu der 42-monatigen Haftstrafe soll Ahmed A. die 242.000 Dollar an erhaltenen Bestechungen an den Staat übergeben.