Eine Spielerin füllt einen Tippschein aus (Symbolbild).
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Den HaagFußball ist in Verbindung mit fingierten Sportwetten aufgrund „seiner weltweiten Popularität, seiner finanziellen Dimension und des damit verbundenen großen Umsatz-Wettmarktes“ der von der Mafia am häufigsten manipulierte Sport. Das teilte Europol am Mittwoch mit. „Dabei zielen Kriminelle häufig auf Spieler ab, die eine bestimmte Rolle im Team spielen, wie etwa Torhüter, Verteidiger oder der Kapitän des Teams“, so ein Sprecher. 

Der Grund hierfür sei, dass „diese Spieler für Spielmanipulatoren wertvoller sind als andere, da ein einfacher Fehler leicht zum Gegentor führen kann, ohne Verdacht zu erregen“. Sportkorruption sei „ein schweres Verbrechen, an dem grenzüberschreitend tätige organisierte Kriminalitätsgruppen beteiligt sind“.

Diese Banden würden zudem „als Plattform für organisierte Kriminalitätsgruppen dienen, um weitere hochgradige Geldwäschesysteme voranzutreiben“. Der weltweite jährliche Erlös aus kriminellen Spielmanipulationen wird von Europol auf 120 Millionen Euro geschätzt. Neben Fußball sei auch Tennis häufig betroffen. 

So habe die „Aufdeckung von Spielmanipulationsprogrammen im Tennis zugenommen“. Dabei habe man festgestellt, dass vor allem „eurasische organisierte Kriminalitätsgruppen stark an Spielmanipulationen im Tennis beteiligt sind“.