Eine Spionagesoftware namens Pegasus soll via WhatsApp auf Telefone von mindestens 1400 Menschen gespielt worden sein (Symbolfoto).
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MadridRoger Torrent, Parlamentspräsident und Separatistenführer der spanischen Konfliktregion Katalonien ist nach Medienberichten von einer Behörde Spaniens systematisch überwacht worden. Dazu soll heimlich eine israelische Spyware via WhatsApp auf Torrents Handy installiert worden sein. Das berichten die Tageszeitungen El País und The Guardian. Die Software mit dem Namen Pegasus wird nach Herstellerangaben nur an Regierungen und Geheimdienste verkauft. Ist sie installiert, kann die gesamte Kommunikation des jeweiligen Gerätes überwacht werden.

Die Berichte seien ein Beweis dafür, dass in Spanien „der Staat Spionage gegen die politischen Gegner betreibt“, sagte Torrent nach Angaben der dpa. Das sei mit „einer Demokratie unvereinbar“. Der liberale Politiker kündigte rechtliche Schritte an. Zudem rief er die sozialistische Zentralregierung dazu auf, eine Untersuchung einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. 

Die spanische Regierung wies die Vorwürfe zurück und bestritt jede Beteiligung oder Kenntnis eines Ausspionierens von Torrent oder anderen Separatisten Kataloniens. Das Innenministerium in Madrid versicherte laut dpa, weder die Regierung noch die dem Ministerium unterstehenden Behörden hätten „jemals irgendeine Beziehung“ zu dem im Bericht genannten israelischen Unternehmen NSO Group gehabt.

El País und The Guardian berichteten in den Zusammenhang weiter, dass im April und Mai 2019 neben Torrent mindestens zwei weitere hochrangige Vertreter der katalanischen Separatistenbewegung sowie rund 1400 Personen weltweit mit Hilfe der Pegasus-Software ausspioniert wurden. Die Zeitungen beriefen sich dabei auf eine Studie des renommierten The Citizen Lab an der Universität von Toronto, die die WhatsApp-Schwachstelle im Zusammenhang mit Spionage untersucht habe.