Berlin - „Squid Game“-Macher Hwang Dong-hyuk hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP eine Fortsetzung der erfolgreichen Netflix-Serie angekündigt. „Gi-hun wird zurückkommen. Er wird etwas für die Welt tun“, sagte Hwang Dong-hyuk. Für eine zweite Staffel gebe es aktuell schon viel Liebe und eine hohe Nachfrage. „Es fühlt sich fast so an, als würdet ihr uns keine Wahl lassen!“

Er könne auf jeden Fall schon so viel sagen: „Es wird tatsächlich eine zweite Staffel geben.“ Er sei allerdings noch zu früh, um zu sagen, wann und wie das geschehen werde. Die Staffel sei aber aktuell schon „in seinem Kopf“.

Die südkoreanische Serie „Squid Game“ ist die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen. Dabei wird in neun Folgen die Geschichte von knapp 500 Menschen erzählt, die sich verschuldet haben. Sie treten in Kinderspielen gegeneinander an, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Der makabere Wettbewerb lässt keine zweite Chance zu: Wer es nicht in die nächste Runde schafft, wird getötet.

In seinem Heimatland hat „Squid Game“ vor allem wegen seiner offenen Gesellschaftskritik den Zeitgeist getroffen. Wachsende Ungleichheit, Diskriminierung sozialer Minderheiten, extremer Leistungsdruck: Fast alle großen Probleme des Landes werden in der Serie aufgegriffen.

Kinder spielen Szenen aus „Squid Game“ nach

Doch es gibt auch viel Kritik an der Serie. „Squid Game“ wurde durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ab 16 Jahren freigegeben, wird aber auch von Kindern und Jugendlichen massiv geschaut. Lehrer hatten berichtet, dass Kinder auf Schulhöfen Szenen nachgespielt hatten - auch an einer Schule in Berlin warnte die Schulleitung vor dem Einfluss der Serie. Experten aus Psychotherapie und Wissenschaft befürchten, dass das Anschauen der Gewaltszenen die Gewaltbereitschaft von Kindern erhöht.

Die vielen Gewaltszenen stellten für Kinder eine sehr hohe psychische Belastung dar, da sie das Gesehene noch nicht verarbeiten könnten, sagte die Psychotherapeutin Katajun Lindenberg von der Goethe-Universität Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesellschaftskritik von „Squid Game“ könnten Kinder noch nicht erfassen. (mit dpa)