Attila Hildmann auf einer Demonstration.
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CottbusDie Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt wegen Volksverhetzung gegen den umstrittenenen Vegankoch Attila Hildmann. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Tagesspiegel sagte, liegen inzwischen eine Vielzahl von Anzeigen gegen den Kochbuchautor und Verschwörungstheoretiker vor. „Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass eine Straftat vorliegt“, so der Sprecher gegenüber der Zeitung. 

Wie lange das Ermittlungsverfahren schon laufe, konnte der Sprecher nicht sagen, auch nicht, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. 

Attila Hildmann hatte zuletzt den Grünen-Politiker Volker Beck bedroht. Auf einer Demonstration im Lustgarten am Sonnabend sagte Hildmann: „Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertritt auf einem öffentlichen Platz.“ Es war bereits die zweite Drohung Hildmanns gegenüber Beck. Zuvor hatte Hildmann diese Drohung fast wortgleich über den Messenger-Dienst Telegram gepostet, auf dem er mehr als 66.000 Abonnenten hat. Beck erstattete beide Male Anzeige gegen Hildmann

Ende Juni hatte Hildmann auf einer Demonstration in Berlin Journalisten gedroht: „Ihr seid Faschisten, und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter“, sagte er. In den vergangenen Tagen lobt er immer wieder öffentlich Belohnungsgelder für diejenigen aus, die ihm die Adressen von linken Aktivisten besorgen würden.

Kritik an Strafverfolgungsbehörden

Aus den Reihen der Politik hatte es heftige Kritik an den Straftverfolgungsbehörden gegeben. Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz hatte am Montag der Polizei und Staatsanwaltschaft Untätigkeit im Fall Hildmann vorgeworfen. „Die Hetze, die auf diesen Veranstaltungen verbreitet wird, ist unerträglich“, sagte von Notz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag nach dem Auftritt Hildmanns am Wochenende.

„Es ist schon bemerkenswert, dass die exzessiven Gewaltfantasien und völlig unverhohlenen Drohungen die Strafverfolgungsbehörden bisher nicht die Bohne zu interessieren scheinen“, sagte von Notz weiter. Mit Blick auf die rechtsextremistischen Morde und Attentate in Deutschland in den vergangenen Monaten fügte er hinzu: „Aus Halle, Kassel und Hanau hat man offensichtlich nichts gelernt - bis wieder etwas passiert.“

Auch Volker Beck forderte Aufklärung: „Warum gab es keine Reaktion, Polizei Berlin? Darf man auf den Straßen Berlins ungestraft zum Lynchen und Zu-Tode-Foltern aufrufen?“, schrieb er in den sozialen Medien.