Frankfurt am Main - Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Hauptangeklagten Stephan E. gefordert. „Die Anklagevorwürfe haben sich bestätigt“, sagte Oberstaatsanwalt Dieter Killmer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Die Anklagebehörde will zudem die besondere Schwere der Schuld feststellen lassen, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren unwahrscheinlich macht.

Auch für die zweite angeklagte Tat, einem versuchten Mord an einem irakischen Flüchtling im Jahr 2016, forderte die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft. Sowohl der Mord an Lübcke als auch dieser Angriff seien „rechtsextremistische Anschläge“ gewesen.

Im neuen Jahr sollen die Plädoyers der Nebenkläger, die Lübckes Familie und den Flüchtling vertreten, und der Verteidiger folgen. Ende Januar wird das Urteil erwartet.