Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn,
Foto: dpa/Federico Gambarini

BonnDie Bonner Staatsanwaltschaft hat die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Bonner Virologen Hendrik Streeck im Zusammenhang mit der Heinsberg-Studie abgelehnt. „Wir sehen keinerlei Anhaltspunkte für strafbares Verhalten“, sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft der Rheinischen Post am Freitag. 

Man habe das Schreiben „unter jedem denkbaren strafrechtlichen Gesichtspunkt“ geprüft und sei dann zu dieser Entscheidung gekommen, hieß es von der Bonner Staatsanwaltschaft weiter, meldete die dpa.

Ein Naturwissenschaftler hatte Strafanzeige gegen Streeck gestellt und ihm unter anderem Betrug vorgeworfen. Nach Informationen des Magazins Capital wurde Streeck vorgeworfen, für die Heinsberg-Studie Forschungsergebnisse erfunden und Falschangaben gemacht zu haben, um so die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen zu täuschen und Drittmittel für seine Studie einzuholen.

Dabei sei um Aussagen im Zwischenbericht zur Heinsberg-Studie vom 9. April zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Hygienemaßnahmen, der Viruskonzentration und dem Schweregrad einer Covid-19-Erkrankung gegangen. Dazu seien in der Studie keine Daten erhoben worden, die einen wissenschaftlichen Befund stützen, heißt es demnach in der Anzeige.

Streeck hatte die Vorwürfe im ZDF zurückgewiesen und gesagt: „Die Studie ist sauber gelaufen.“