Die Eltern der vermissten Maddie McCann mit einem Suchplakat. Darauf ist ein computergeneriertes Bild zu sehen, das zeigt, wie Maddie heute aussehen könnte.
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PortugalIm Fall der vermissten Maddie McCann gibt es eine Wende. In einem Fernsehinterview mit dem Braunschweiger Staatsanwalt Christian Wolters sagte der Ermittler, es gebe Beweise, dass das Mädchen tot ist. Bislang galt Maddie offiziell als vermisst. Zudem gibt es neue Ermittlungen gegen den Hauptverdächtigen im Fall Maddie McCann. Nach einem Zeugenaufruf in mehreren Ländern hat sich ein weiteres mögliches Opfer gemeldet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer jungen Irin im Jahr 2004 an der Algarve gegen B. ermittelt wird.

Wie die britische Zeitung „Guardian“ schreibt, sei das neue mutmaßliche Opfer eine Frau namens Hazel Behan. Im Interview mit der Zeitung sagt die Frau, dass sie nachts von einem mit einer Machete bewaffneten und maskierten Mann geweckt worden sei. Den Angaben der Frau zufolge soll der Mann Englisch mit deutschem Akzent gesprochen haben. Obwohl er maskiert war, habe sie blonde Augenbrauen und blaue Augen erkennen können.

Anschließend habe der Mann eine Videokamera aufgestellt und sie vergewaltigt. Dabei habe er ständig seine Hände gereinigt und regelmäßig die bei der Vergewaltigung benutzten Kondome gewechselt. Die Vergewaltigung habe mehrere Stunden gedauert. „Er hatte einen Plan“, sagte Behan dem „Guardian“.  

Der mehrfach wegen Sexualdelikten vorbestrafte Deutsche Christian B. gilt im Fall Maddie McCann als Hauptverdächtiger. Er soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt haben, auch in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Dort liegt die Ferienanlage, in der Maddie zuletzt lebend gesehen wurde. Am Abend von Maddies Verschwinden war B. laut Staatsanwaltschaft mit seinem Mobiltelefon in einer Funkzelle der Ferienanlage eingeloggt.

Mittlerweile gehen die Ermittler offen davon aus, dass Maddie McCann tot ist. Eine Reporterin des portugiesischen Sender RTP fragte in einem Interview den im Fall Maddie aktuell ermittelnden Staatsanwalt: „Haben Sie irgendwelche materiellen Beweise dafür, dass Madeleine tot ist?“ Wolters beantwortete die Frage auf Deutsch mit „Ja“. Die Reporterin fragte: „Die haben sie?“ Daraufhin nickte der Ermittler und sagte noch einmal: „Ja.“

Als die Journalistin nachhakte und weiterfragte, welche Beweise genau es für den Tod des offiziell noch als vermisst geltenden Mädchens gebe, sagte Wolters lediglich: „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen.“

Zudem betonte Wolters, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Eltern von Maddie McCann etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben. Das Mädchen war im Jahr 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden. Zwischenzeitlich waren die Eltern unter Verdacht geraten.