Berlin - Vor etwas mehr als 24 Monaten hat der US-Milliardär Elon Musk mit dem Bau der ersten europäischen Produktionsstätte für seine Elektroautos begonnen. Sie ist bereits zu großen Teilen fertig, und seit Dezember laufen dort probeweise Autos vom Band. Am Donnerstag teilte nun die Potsdamer Landesregierung mit, dass die Entscheidung über die endgültige Baugenehmigung am Freitag bekannt gegeben werden soll.

Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass es eine positive Entscheidung für Tesla sein wird und dass Musk nach den 20 Einzelgenehmigungen für die bisherigen Bauabschnitte auch die Genehmigung für den gesamten Bau bekommen wird. Denn bei einer Ablehnung würde wohl kaum eine Pressekonferenz einberufen werden, an der der Ministerpräsident Dietmar Woidke teilnimmt sowie sein Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (beide SPD), der Umweltminister Axel Vogel (Grüne), Vertreter des Landkreises und der zuständige Bürgermeister.

Es wird allerdings damit gerechnet, dass Tesla Umweltauflagen erhält, deren Umfang noch völlig unklar ist. Das Problem: Die Gigafactory steht zu großen Teilen in einem Trinkwasserschutzgebiet. Das ist der wichtigste Punkt der Kritiker des Standortes. Sie fürchten, dass die Fabrik zu viel Wasser verbraucht. In der Region herrscht Wasserknappheit.

„Unnötiger politischer Druck für das Gericht“

Die Bekanntgabe ist am Nachmittag, am Vormittag beginnt ein Prozess am Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder). Die Umweltverbände Grüne Liga und Nabu klagen gegen das Land, weil es die Fördermenge für das Wasserwerk erhöht hat, die Tesla beliefern sollen.

„Es ist ein Skandal, dass die Regierung mit ihrer Bekanntgabe nicht wartet, bis das Gericht entschieden hat“, sagt Manuela Hoyer, Sprecherin eines Vereins, der gegen den Standort kämpft. „Da wird ein unmöglicher politischer Druck auf das Gericht aufgebaut.“

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hat angekündigt, Tesla nicht mehr mit Wasser zu versorgen, wenn die Genehmigung negativ beschieden werden sollte. „Wenn wir die Erlaubnismengen für die Wasserversorgung Eggersorf verlieren, dann ist natürlich für uns der nächste Schritt, dass wir den Versorgungsvertrag mit Tesla kündigen müssen, weil die Mengen nicht mehr vorhanden sind“, sagte Sprecherin Sandra Ponesky der Deutschen Presse-Agentur.