Potsdam/BrandenburgDer Städte- und Gemeindebund Brandenburg sieht bei der Umsetzung von möglichem Teilungsunterricht an Schulen in der Corona-Pandemie große Schwierigkeiten. Das betreffe etwa die Halbierung von Schulklassen, sagte Geschäftsführer Jens Graf am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Bund-Länder-Gespräche über weitere Corona-Maßnahmen in der kommenden Woche.

Im Bereich der Kindertagesstätten und Horte in kommunaler Trägerschaft gebe es flächendeckend keine freien Kapazitäten, die dies auffangen könnten, gab Graf zu bedenken. Voraussetzung für einen Teilungsunterricht in unteren Klassenstufen sei der Aufbau zusätzlicher Betreuungsangebote durch das Land. Die Mitarbeiterinnen hätten in den vergangenen Monaten Herausragendes geleistet, seien aber nun an der Belastungsgrenze angelangt.

Graf befürwortet eine Ausweitung der Maskenpflicht auf untere Klassenstufen

Grundsätzlich unterstütze der Städte- und Gemeindebund den gemeinsamen Ansatz von Bund und Ländern, Schulen und Kitas offen zu halten, betonte der Geschäftsführer. Aus Sicht der Kommunen sei es aber notwendig, sich rechtzeitig auf eine sich möglicherweise verschärfende Lage vorzubereiten. Graf befürwortete eine Ausweitung der Maskenpflicht auf die unteren Klassenstufen. Gleiches gelte für Unterricht, wo Schülerinnen und Schüler bislang ungeschützten engen Kontakt haben, wie Schulsport oder Gesang. Auch stelle sich die Frage, ob die Lehrerzimmer weiterhin maskenfreie Zonen bleiben müssen.

Mit Stand Donnerstag waren laut dem Bildungsministerium in Potsdam drei von 915 Schulen im ganzen Land wegen Corona komplett geschlossen. Von den Schulen wurden insgesamt 8897 Quarantäne-Fälle bei Schülerinnen und Schülern gemeldet, was einem Anteil von drei Prozent aller 292.659 Schüler entspricht. 682 Lehrkräfte sind derzeit in Quarantäne.