Berlin - Deutschen Haushalten steht eine teure Heizsaison bevor - teils wird bis zu 87 Prozent mehr Geld fällig. Wie das Portal Verivox berechnet hat, stiegen die Gaskosten zuletzt um mehr als ein Viertel: So lagen die Preise für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Anfang Oktober bei durchschnittlich 1402 Euro pro Jahr, vor einem Jahr waren es 1094 Euro – ein Plus von gut 28 Prozent.

Die Auswertung von Verivox, die AFP am Dienstag vorlag, zeigte zudem einen enormen Anstieg der Preise für Heizöl. So kostete leichtes Heizöl im Oktober 2020 im Mittel 42,45 Euro pro Hektoliter, zum Start der diesjährigen Heizsaison waren es 79,19 Euro. Das entspricht einem Kostenanstieg von 86,5 Prozent.

Staaten wollen Energiepreise gemeinsam bremsen

Ausschlaggebend für die Preissprünge sind vor allem die hohen Großhandelspreise und Einfuhrpreise für Erdgas, angetrieben unter anderem durch eine hohe Nachfrage aus Asien, wie Verivox erklärte. Viele Gasversorger geben die hohen Preise an die Kunden weiter und erhöhen daher die Preise. Beim Heizöl ist vor allem der derzeit hohe Ölpreis für den Preisanstieg verantwortlich – wiederum angetrieben durch das Wiederaufleben der Weltwirtschaft nach der Corona-Pandemie.

An den Tankstellen zahlen Autofahrer so viel wie seit acht Jahren nicht mehr. Der Liter Superbenzin liegt bei 1,57 Euro. Und auch Strom wird teurer: Die Megawattstunde Grundlaststrom, den Stromanbieter für das kommende Jahr einkaufen, kostete im September erstmals mehr als 100 Euro.

Frankreich, Spanien, Tschechien, Griechenland und Rumänien forderten am Dienstag ein „gemeinsames Vorgehen“ in Europa, um den Anstieg der Energiepreise zu bremsen. Der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), plädierte für eine neue Strategie der EU zur Beschaffung von Rohstoffen.

EVP-Fraktionschef Weber sagte der „Bild“ (Mittwochsausgabe), der „größte Gewinner eines kalten Winters in Europa“ werde Russlands Präsident Wladimir Putin sein. „Um unsere Macht gegenüber den Russen zu stärken, sollten wir uns auf ein europäisches Konzept für die Beschaffung von Gas und Öl einigen“, schlug Weber vor.