Die Spree in Brandenburg (Archivbild).
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PotsdamBrandenburg bekommt das Problem einer zu hohen Sulfatbelastung der Spree nicht in den Griff: Der Richtwert von 280 Milligramm Sulfat je Liter sei in diesem Jahr bereits 35 Mal überschritten worden, teilte das Umweltministerium am Mittwoch mit. Sobald der Wert an 38 Tagen im Jahr überschritten werde, muss laut Vorschrift gehandelt werden. In diesem Fall muss das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LGBR) Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) prüfen, hieß es in einer Pressemitteilung. Welche Maßnahmen das konkret sind, dafür ist laut Umweltministerium ebenfalls das LGBR zuständig.

Sulfate sind Schwefelsalze, die bei einer hohen Konzentration Fische und andere Tiere sowie Pflanzen schädigen. Wenn Menschen zu viel Sulfat über das Trinkwasser aufnehmen, kann das Durchfall auslösen. Sulfat gelangt durch stillgelegte Braunkohle-Gruben in das Gewässer.

Aus Grund- und Oberflächenwasser der Spree gewinnen die Wasserbetriebe in Frankfurt (Oder) Trinkwasser. Somit ist die Trinkwasserqualität indirekt von der Qualität des Spreewassers abhängig. Der Grenzwert von Sulfaten im Trinkwasser des Wasserwerks Briesen sei nicht überschritten, hieß es aus dem Umweltministerium. Die Trinkwasserversorgung werde auch beim Überschreiten der 38er-Marke sicher sein, teilte eine Sprecherin mit. Das Landesamt für Umwelt überprüft täglich die Sulfatkonzentration der Spree.

Die Grünen in Frankfurt (Oder) warnen dennoch: „Grundsätzlich zeigt es sich, dass die Sulfatbelastung der Spree weiterhin eine Bedrohung für die Wasserversorgung im Großraum von Frankfurt (Oder) darstellt.“ Das sei keine Situation, in der man die Hände in den Schoss legen dürfe.