Drei Wochen nach dem Eklat um die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stehen die Zeichen auf Versöhnung: In einem Telefonat mit Steinmeier lud der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag den Bundespräsidenten und die gesamte Bundesregierung in die Ukraine ein. Den Erfolg dieser Annäherung reklamierte CDU-Chef Friedrich Merz zumindest teilweise für sich. „Ich bin Präsident Selenskyj sehr dankbar, dass er meiner Bitte um eine Einladung des Bundespräsidenten gefolgt ist“, schrieb Oppositionsführer Merz auf Twitter.

„Der Weg ist jetzt frei für persönliche Begegnungen des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers mit Präsident Selenskyj in Kiew“, sagte Merz auch der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-Vorsitzende war am Dienstag als erster hochrangiger deutscher Politiker in Kiew gewesen und hatte rund eine Stunde lang mit Selenskyj gesprochen. Im Internet wird nun darüber diskutiert, ob Merz wirklich ausschlaggebend gewesen sein kann für das Zustandekommen des Telefonats von Steinmeier und Selenskyj sowie für die anschließende Einladung zum Ukraine-Besuch.

Steinmeier: „Mutiger Kampf des ukrainischen Volkes“

Nachdem Steinmeier und Selenskyj am Donnerstag telefoniert hatten, sprachen beide Präsidenten von einem sehr wichtigen und sehr guten Gespräch. Steinmeier habe Selenskyj „seine Solidarität, Respekt und Unterstützung für den mutigen Kampf des ukrainischen Volkes gegen die russischen Aggressoren ausgesprochen“, hieß es in Berlin. Die Staatsoberhäupter hätten vereinbart, „in engem Kontakt“ zu bleiben.

Deutschland habe die Ukraine „in ihrem Verteidigungskampf von Anfang an finanziell, wirtschaftlich und auch militärisch unterstützt“ und stehe „mit vereinten Kräften solidarisch an der Seite der Ukraine“, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. An diesem Wochenende wird zunächst die zweithöchste politische Repräsentantin Deutschlands, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), in Kiew erwartet.