Berlin - Weil sie als Geschäftsführer von Handelsfirmen Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben sollen, stehen ein 53 Jahre alter Vater und zwei seiner Söhne vor dem Berliner Landgericht. Die Angeklagten sollen über Monate hinweg Umsatzsteuererklärungen nicht abgegeben haben. Dem deutschen Fiskus seien insgesamt rund 7,5 Millionen Euro entgangen. Ob sich die 28- bis 53-Jährigen zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn am Montag zunächst offen.

Die beiden Söhne seien jeweils als Geschäftsführer eingetragen gewesen, heißt es in der Anklage. In beiden Berliner Handelsfirmen habe der Vater als faktischer Mitgeschäftsführer mit umfassender Handlungsvollmacht agiert. Es seien unter anderem Geschäfte mit Metallen und Rohstoffen abgewickelt worden. In den Jahren 2017 und 2018 seien für zwei Unternehmen in insgesamt 17 Fällen Steuern hinterzogen worden.

Ein Steuerfahnder sagte als erster Zeuge, es seien unter anderem Geschäfte mit Edelmetallen abgewickelt worden. Nach seinem Eindruck waren „alle in der Familie dem Vater hörig, wenn er sagte, es ist richtig, dann hat keiner nachgefragt“, sagte der Fahnder. Der jüngere Sohn habe in einem anderen Verfahren erklärt, er habe seinem Vater viel zu verdanken. Deshalb habe er sich als Geschäftsführer einer Firma der Familie eintragen lassen.

Der Vater und einer seiner Söhne sind seit knapp zwei Monaten in Untersuchungshaft. Diese beiden Männer sind wegen ähnlicher Taten vorbestraft. Der Prozess wegen Steuerhinterziehung wird am 7. Juni fortgesetzt.