Was sich 2023 bei der Steuer ändert

Eine ganze Reihe von Steuererleichterungen treten 2023 in Kraft. Auch beim Homeoffice gibt es Änderungen. Und Erben wird teurer. Ein Überblick.

Die Homeoffice-Pauschale wird entfristet und von bislang fünf auf sechs Euro pro Tag angehoben.
Die Homeoffice-Pauschale wird entfristet und von bislang fünf auf sechs Euro pro Tag angehoben.imago/Westend61

Steuerzahlerinnen und Steuerzahler werden im kommenden Jahr an einer ganzen Reihe von Stellen entlastet - teurer wird allerdings das Erben. Verbraucherzentralen können bald EU-weit und grenzübergreifend rechtlich gegen Unternehmen vorgehen. Ebenfalls auf ein EU-Gesetz geht die umstrittene Einstufung von Gas- und Kernenergie als nachhaltige Technologien zurück.

Homeoffice-Pauschale und Regeln für häusliches Arbeitszimmer

Die wegen der Corona-Pandemie eingeführte Homeoffice-Pauschale wird entfristet und von bislang fünf auf sechs Euro pro Tag angehoben. Sie kann außerdem für bis zu 210 Tage in Anspruch genommen werden (vorher 120 Tage). Der Höchstbetrag, der so steuerlich geltend gemacht werden kann, steigt demnach auf 1260 Euro.

Die Vorgaben für das häusliche Arbeitszimmer werden außerdem gelockert. Der Steuerabzug ist unabhängig davon möglich, ob die Tätigkeit in einer Arbeitsecke oder im häuslichen Arbeitszimmer erfolgt und unabhängig davon, ob ein anderer Arbeitsplatz etwa im Firmenbüro existiert.

Anhebung steuerlicher Frei- und Entlastungsbeträge

Der Steuerfreibetrag für Kapitaleinkünfte wird erhöht. Alleinstehende müssen künftig auf Einnahmen etwa aus Zinsen und Dividenden bis 1000 Euro und Paare bis zu 2000 Euro keine Einkommensteuer zahlen. Bislang lag der sogenannte Sparer-Pauschbetrag bei 801 und 1602 Euro. Darüber hinaus steigt der Arbeitnehmerpauschbetrag für Werbungskosten von 1200 auf 1230 Euro und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende um 252 Euro.

Erhöht wird auch der Ausbildungsfreibetrag für volljährige Kinder, die nicht mehr im Elternhaus wohnen und sich in der Ausbildung befinden: von 924 Euro auf 1200 Euro.

Altersvorsorge und Grundrente steuerlich absetzbar

Ausgaben für die Altersvorsorge sind ab kommendem Jahr vollständig steuerlich absetzbar. Bislang war dies erst ab 2025 vorgesehen. Außerdem wird der Grundrentenzuschlag rückwirkend zum 1. Januar 2021 steuerfrei gestellt.

Bewertung von Immobilien für die Erbschaftsteuer

Infolge einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts werden Immobilienwerte künftig für steuerliche Zwecke möglichst nahe am Verkaufswert veranschlagt. Da die Verkaufspreise für Immobilien in den vergangenen Jahren insbesondere in Ballungsräumen massiv gestiegen sind und die Freibeträge bei der Vererbung zugleich nicht angehoben wurden, hat dies starke Auswirkungen auf die Erbschaftsteuer.

EU-Verbandsklagen werden eingeführt

Verbraucherzentralen können künftig stellvertretend für Verbraucher direkt Ansprüche auf Schadenersatz, Preisminderungen oder Ersatzlieferungen bei Unternehmen auch grenzüberschreitend einklagen. In Deutschland können Verbraucherschützer bislang zwar mit einer Musterfeststellungsklage stellvertretend für tausende Verbraucher vor Gericht ziehen. Doch anschließend muss jeder Einzelne erneut klagen und eine konkrete Summe Geld einfordern.

Die Ende 2020 beschlossene EU-Regelung geht darüber hinaus. Bis Sommer 2023 hat Deutschland dann noch Zeit, die Vorgaben gesetzlich umzusetzen. Final greifen werden sie ab Ende Juni.

Transparenz bei Geldanlagen

Die Regelungen zur Einstufung von Gas- und Kernenergie der EU-Taxonomie Verordnung treten am 1. Januar in Kraft. Die Einstufung der beiden Energiequellen als nachhaltig, wenn auch mit Abstrichen, ist hoch umstritten. Unmittelbar führen die Regelungen aber zu mehr Transparenz, weil Investitionen in diese Bereiche offengelegt werden müssen.