Berlin/Grünheide - Der deutsche Steuerzahler wird Medienberichten zufolge einem der reichsten Menschen der Welt seine neue Fabrik in Brandenburg mitfinanzieren. Wie das Wirtschaftsmagazin Business Insider mit Verweis auf Regierungskreise berichtet, soll der US-Elektroautobauer Tesla mit einem einstelligen Milliardenbetrag vom deutschen Staat unterstützt werden. Das Vermögen von Elon Musk wird auf rund 200 Milliarden Euro geschätzt.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bekanntgegeben, welche Firmen im Rahmen des IPCEI-Programms zur Batteriezellfertigung den Zuschlag für eine öffentliche Förderung erhalten. Dabei stellte sich heraus, dass eines der insgesamt elf Unternehmen Tesla ist, dessen neue Batteriezellfabrik in Grünheide gefördert wird. Der Bund werde demnach zwei Drittel der Summe, das Land Brandenburg ein Drittel übernehmen. Deutschland bezuschusst die Fertigung von Batteriezellen mit insgesamt fünf Milliarden Euro. 

Tesla bekommt als größter Konkurrent für deutsche Technik den Zuschlag 

Dass Tesla überhaupt den Zuschlag für das IPCEI-Programm bekommen hat, ist bemerkenswert. Das Programm, das in der ganzen EU läuft, wurde im Jahr 2014 ursprünglich mit dem Ziel ins Leben gerufen, „die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu erhöhen“, vor allem im Bereich der Schlüsseltechnologien. 

Ziel des Programms sei ein funktionierendes, europäisches „Ökosystem“ für die Batterieinnovation und -produktion, um nicht auf amerikanische oder chinesische Technik angewiesen zu sein. Doch nun bekommt ausgerechnet der wohl größte Konkurrent der deutschen und europäischen Autobauer den Zuschlag für die Förderung. 

Tesla will sein erstes europäisches E-Auto-Werk in Grünheide bei Berlin ab Sommer 2021 in Betrieb nehmen. Dort sollen in einer ersten Phase rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr produziert werden. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.