Berlin - Sie sind farbenfroh verpackt und auf die Größe der kleinen Köpfe angepasst. Dennoch sind FFP2-Masken für Kinder keine gute Wahl für den Nachwuchs. Zu diesem Fazit kommt die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung von 15 Modellen, die eine Eignung für Kinder angeben.

Ernüchterndes Fazit: Keine dieser Masken sei für Kinder geeignet – die Warentester hatten hier Sechs- bis Zwölfjährige im Blick. Der Grund sei ihr zu hoher Atemwiderstand. OP-Masken seien die bessere Wahl, gerade für den Dauereinsatz in der Schule, schreibt die Stiftung in der Zeitschrift „test“ (Heft 01/22).

Da es für Kinder keine in einer Norm festgelegten Werte für den maximalen Atemwiderstand der Maske gibt, wurden für die Untersuchung die Werte für Erwachsene als Referenz hergenommen. Die Kindermasken sollten nur etwa halb so hohe Werte vorweisen wie die laut Norm zulässigen Höchstwerte bei Erwachsenenmodellen, legte die Stiftung fest. Weil sechs bis zwölf Jahre alte Kinder in der Regel eine weniger kräftige Atmung haben als gesunde Erwachsene und ihr Lungenvolumen etwa halb so groß sei.

Viele FFP2-Masken scheitern sogar an Erwachsenen-Grenzwerten

Doch an der Vorgabe zum Atemwiderstand scheiterten alle geprüften Masken im Mini-Format: Keine von ihnen sei auch nur in der Nähe dieser niedrigeren Werte gekommen, viele hätten nicht einmal die Erwachsenen-Grenzwerte eingehalten. Der hohe Atemwiderstand sei schon ein K.-o.-Kriterium gewesen, so die Stiftung Warentest. Aspekte wie Filterwirkung und Passform wurden deshalb gar nicht mehr gecheckt.

Ein Problem: Falle Kindern das Atmen schwer, setzten sie die Maske womöglich nicht richtig auf, so die Stiftung Warentest. Dadurch könne Luft relativ ungehindert ein- und ausströmen.

Wer etwa in einer vollen Bahn sein Kind kurzzeitig besonders gut schützen wolle, sollte stattdessen auf die Erwachsenenmaske 3M Aura 9320+ setzen, rät die Stiftung Warentest. Sie war schon beim Test von Erwachsenenmodellen Testsieger. Ihr Atemkomfort sei für Kinder okay, ihre Filterwirkung hoch und sie passe auch bei kleinen Köpfen.

Kinder sollten in der Schule lieber OP-Masken tragen

Seit dieser Woche besteht in Berliner Schulen auch wieder in den Klassenstufen eins bis sechs die Maskenpflicht. Für das dauerhafte Tragen, etwa in der Schule, seien OP-Masken für Kinder die bessere Wahl, schreibt die Stiftung Warentest. Sie böten zwar nur wenig Selbstschutz. Aber: Sie schützen andere. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt auf ihrer Website, dass Kinder Stoff- und OP-Masken tragen sollten. Denn FFP2-Masken würden bei Kindern unter zwölf Jahren nicht ausreichend abdichten und seien deshalb in ihrer Wirksamkeit nicht anders zu bewerten als OP-Masken.

Aber auch wenn alle Kinder im Klassenraum OP-Masken tragen, senkt das in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie regelmäßigem Lüften das Ansteckungsrisiko schon erheblich.