Berlin - Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Die Impfung solle mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff erfolgen, teilte die Stiko am Donnerstag in Berlin mit. Sie solle im Regelfall sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung verabreicht werden, im Einzelfall könne sie auch bereits nach fünf Monaten erwogen werden. 

Ein entsprechender Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich. Es handele sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung. Bereits am Dienstag hatte Stiko-Chef Thomas Mertens im ZDF gesagt, dass mit einer geänderten Empfehlung zu rechnen sei. Das Gremium rate zudem allen Ungeimpften, sich „dringend“ impfen zu lassen.

Stiko: Infektionswelle abschwächen, Todesfälle verhindern

Eine Empfehlung für die sogenannten Booster-Impfungen gab es bisher in Deutschland nur für Geimpfte über 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten schweren Grunderkrankungen. Die Ausweitung diene dabei neben der Aufrechterhaltung des individuellen Impfschutzes auch dem Ziel, „Infektionswellen abzuschwächen und zusätzliche schwere Erkrankungs- und Todesfälle zu verhindern“, erklärte die Stiko.

„Bereits jetzt führen die schweren Covid-19-Erkrankungen zu einer besorgniserregenden hohen Belastung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten“, so die Impfkommission. Zugleich bekräftigte sie, dass trotz genereller Empfehlung weiter bevorzugt besonders gefährdete Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten sollten.

Stiko: Ungeimpfte müssen „vordringlich“ immunisiert werden

Zu den besonders Gefährdeten gehören, so die Stiko, beispielsweise Menschen über 70 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit krankheitsbedingter Immunschwäche sowie Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Rahmen der Impfkampagne gegen die Pandemie sollten zudem weiterhin „vordringlich“ Ungeimpfte immunisiert werden, die noch keinen vollen Grundimpfschutz hätten.