Berlin - Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Prof. Dr. Thomas Mertens, plädiert für eine Corona-Schutzimpfung von voerkrankten Kindern und Jugendlichen. Gegenüber dem Fernsehsender Phoenix sagte Mertens: „In dem Augenblick, wo man Kinder hat, die eine gefährdende Vorerkrankung haben, ändert sich ja auch die ganze Perspektive. Dann ist natürlich die Impfung auf jeden Fall ein Segen. Daran kann kein Zweifel bestehen.“

Und weiter: „Auch die Stiko würde sich dem sicher niemals entgegenstellen. Im Gegenteil, sie würde das sicher empfehlen.“ Der Vorsitzende der Stiko betonte allerdings, dass er keine Empfehlung für alle Kinder abgeben wolle. Man müsse sich sehr sicher sein, dass das was getan werde, auch wirklich „zum besten Wohl der Kinder“ geschehe. Mertens spricht sich für eine gründliche Prüfung und eine daran anschließende Empfehlung aus. 

Mertens: Analyse hat ergeben, dass es Long-Covid bei Kindern nicht gibt

Mit Blick auf eine mögliche Long-Covid-Erkrankung sagte Mertens: „Die bisherige Analyse hat ergeben, dass es Long-Covid bei den Kindern eigentlich nicht gibt. Es gibt dazu keine soliden, seriösen Daten.“ Mertens wies allerdings auf die „sehr seltene Erkrankungsform“ des generalisierten Infektionssyndrom hin. Insgesamt gebe es jedoch nur „sehr wenig schwere Verläufe“, so Mertens. 

Über Kinder, die an Covid erkrankt oder gestorben seien, sagt der Virologe, es handele sich dabei um „Kinder, die schwerste Vorerkrankungen hatten, so dass man dort auch sagen kann: Sie sind vielleicht nicht durch Covid gestorben, oder an Covid gestorben, sondern sie sind mit Covid gestorben.“