Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schadet mit seinen Äußerungen zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nach Ansicht des CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber nicht nur seiner eigenen Partei. „Es schadet Deutschland, der SPD und der gesamten deutschen Politik“, sagte der frühere bayerische Ministerpräsident der Passauer Neuen Presse.

Inzwischen verbinde ihn mit Schröder zwar eine Freundschaft („Wir sind per Du“), „aber dafür, was er bezüglich Putin, Rosneft und Gazprom tat und tut, habe ich kein Verständnis. Das habe ich ihm auch selbst gesagt“, sagte Stoiber.

Schröder verteidigt deutsche Absage an Waffenlieferungen

Stoiber betonte zudem, dass ihn – anders als immer wieder behauptet – keine Freundschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbinde: „Freundschaft ist zu hoch gegriffen. Ich habe ihn 1999 als jungen Ministerpräsidenten kennengelernt. Mit seiner offenen Rede im Bundestag 2001 in deutscher Sprache hat sich ein gutes Verhältnis entwickelt.“ Über vieles, was seit dem Ende des Kalten Krieges passiert sei, gebe es unterschiedliche Ansichten zwischen ihm und Putin. „Er glaubt, der Westen habe ihn und Russland an den Rand des Weltgeschehens gedrängt. Ich kenne seine Sichtweise. Aber was Putin jetzt versucht, nämlich die Sicherheitsarchitektur Europas mit Drohungen und Truppenaufmärschen zu verändern, kann nicht gutgehen.“

Schröder hatte die deutsche Absage an Waffenlieferungen in die Ukraine verteidigt und die ukrainische Kritik daran mit deutlichen Worten zurückgewiesen. „Denn was ich dort vernehmen muss, auch an Schuldzuweisungen an Deutschland, wegen der ja vernünftigen Absage an Waffenlieferungen, das schlägt manchmal doch dem Fass den Boden aus.“ Zugleich warf der frühere SPD-Chef Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Provokation Russlands vor, weil sie vor ihrem Antrittsbesuch in Moskau die Ukraine besucht hat.