Streik bei Eurowings hat begonnen: Fast alle Flüge am BER fallen aus

Pilotinnen und Piloten der Eurowings legen heute ihre Arbeit nieder. Welche Flüge sind in Berlin betroffen und welche Rechte haben Passagiere?

Reisende warten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER).
Reisende warten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER).dpa/Annette Riedl

Nach der Streikankündigung der Pilotinnen und Piloten der Fluggesellschaft Eurowings sind am Donnerstag erste Flüge des Unternehmens ausgefallen. So sind auch am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) fast alle Eurowings-Flüge gestrichen. Von insgesamt 50 geplanten Starts und Landungen seien 38 gestrichen worden, sagte ein Eurowings-Sprecher am Donnerstag. Das gilt sowohl für innerdeutsche Verbindungen etwa nach Düsseldorf, Stuttgart oder Köln/Bonn, aber zum Beispiel auch für Flüge nach Palma de Mallorca. Insgesamt seien bis zu 5000 Fluggäste betroffen, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft.

BER-Sprecher Jan-Peter Haack ergänzte, die Auswirkungen des Pilotenstreiks seien überschaubar. Am BER gebe es zurzeit täglich fast 500 Starts und Landungen. Die Zahl der Flugstreichungen sei im Vergleich dazu gering. „Es bricht nicht das Chaos aus.“ Die betroffenen Fluggäste seien zuvor informiert worden und in aller Regel gar nicht erst zum Flughafen gefahren. Haack empfahl dennoch, Fluggäste mit einem Abflugtermin am Donnerstag sollten sich sicherheitshalber an die Airline wenden und ihren Flugstatus überprüfen.

Diese Abflüge fallen heute am BER aus:
  • 6.50 Uhr: Köln/Bonn
  • 8.00 Uhr: Köln/Bonn
  • 8.10 Uhr: Düsseldorf
  • 8.20 Uhr: Stuttgart
  • 10.05 Uhr: Hurghada
  • 10.25 Uhr: Palma de Mallorca
  • 13.00 Uhr: Düsseldorf
  • 14.55 Uhr: Düsseldorf
  • 15.05 Uhr: Stuttgart
  • 16.15 Uhr: Köln/Bonn
  • 16.35 Uhr: Stuttgart
  • 16.35 Uhr: Düsseldorf

Passagierrechte und hilfreiche Links

Allgemein gilt: Bei Verspätungen und Annullierungen aufgrund eines Pilotenstreiks bestehen Ansprüche auf Ersatzbeförderung, Verpflegung, Unterbringung und teilweise auch auf Ausgleichszahlungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung in Höhe von 250 bis 600 Euro.

Zwei Optionen bei Flugausfällen

Fällt der Flug aus oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, muss die Airline eine alternative Beförderung anbieten – sei es durch eine Umbuchung auf andere Flüge oder etwa die Umwandlung des Tickets in eine Bahnfahrkarte (vor allem bei innerdeutschen Flügen).

Wenn ein Flug storniert wird, haben Passagiere neben der Ersatzbeförderung durch die Airline noch eine zweite Option: Sie können das Geld zurückverlangen. Dann müssen sie sich aber in jedem Fall selbst darum kümmern, wie sie ans Ziel kommen.

Hilfreiche Websites und Apps

Im Detail können Passagiere ihre Rechte etwa auf den Websites der Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest nachlesen. Beim Prüfen von Ansprüchen kann die kostenfreie Flugärger-App der Verbraucherzentrale NRW helfen. Das Europäische Verbraucherzentrum bietet ein browserbasiertes Selbsthilfe-Tool bei Flugproblemen. Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, ist der Reiseveranstalter und nicht die Airline der erste Ansprechpartner.

Warum wird gestreikt?

Wegen des ganztägigen Streiks der Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa-Tochter soll noch bis zum Ende des Donnerstags fast die Hälfte der geplanten gut 500 Flüge in Deutschland ausfallen. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Sie will damit längere Ruhezeiten für die Beschäftigten durchsetzen. Die entsprechenden Verhandlungen über den Manteltarifvertrag waren nach mehreren Runden gescheitert. Eurowings verurteilte den Streik als „unverhältnismäßig und unverantwortlich“.