Berlin - Die Gewerkschaft Verdi will den Streik an den Berliner Krankenhäusern von Vivantes und Charité in dieser Woche ausweiten. Ab Dienstag würden ganze Stationen zur vorübergehenden Schließung angemeldet, kündigte Verdi-Fachbereichsleiterin Meike Jäger am Montag an. Auch bei den Töchtern von Vivantes werde der Streik fortgesetzt.

Nach dem unzureichenden Angebot der Arbeitgeber am Freitag sei während des Wochenendes kein neues Angebot gekommen, hieß es. Die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Susanne Feldkötter appellierte an den Berliner Senat, die landeseigenen Klinikbetreiber zu Tarifkompromissen zu bewegen.

2000 Streik-Teilnehmende pro Tag

Am Donnerstag waren Pflegerinnen und Pfleger in den landeseigenen Kliniken von Vivantes und Charité in den unbefristeten Streik getreten. Sie setzten sich bei beiden Einrichtungen für einen Entlastungstarifvertrag ein. Bei den Vivantes-Töchtern geht es ebenfalls um bessere Arbeitsbedingungen sowie ums Geld. Laut Vivantes werden weitere Gespräche nach Streikbeginn gestoppt. Auch ein Charité-Sprecher hatte angekündigt, dass während eines Streiks nicht verhandelt werde.

Der Geschäftsführer des Klinikmanagements des Vivantes-Konzerns, Johannes Danckert, spricht von einem „nie dagewesenen Ausmaß“. Er widerspricht der Einschätzung von Verdi, dass der Streik der Krankenhaus-Pflegekräfte die Notfallversorgung der Patienten in Berlin nicht gefährde.

Täglich wird mit rund 2000 Streik-Teilnehmern gerechnet. Verdi sichert zu, dass Notfälle und die Patienten, die zur stationären Behandlung im Krankenhaus sind, versorgt werden