MünchenDer Hamburger Tiefkühlkosthersteller Iglo ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, dem Cuxhavener Konkurrenten Appel Feinkost eine dem bekannten Seekapitän ähnliche Werbefigur verbieten zu lassen. Das Münchner Landgericht wies eine entsprechende Klage ab.

Iglo hatte Appel Feinkost vorgeworfen, die Verbraucher wegen Verwechslungsgefahr beider Figuren in die Irre zu führen. Dem folgten die Richter nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Appel Feinkost nutze die Bekanntheit aus

Laut Iglo nutzt die Cuxhavener Konkurrenz die Bekanntheit des Käpt'n für eigene Zwecke aus: „Die bereits 1985 in Deutschland eingeführte und seither mit erheblichen Aufwendungen weiter aufgebaute Werbeikone des ‚Käpt'n Iglo‘ hat laut Marktforschungsdaten bei den Deutschen eine Markenbekanntheit von über 80 Prozent“, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

„Daher kann Iglo die von Appel Feinkost vertretene Position, dass es sich nicht um eine Nachahmung unter Ausnutzung der Bekanntheit und des Markterfolgs der Werbefigur und -konzeption des ‚Käpt'n Iglo‘ handelt, nicht nachvollziehen oder akzeptieren“, hieß es weiter. Appel Feinkost dagegen verteidigte sich mit dem Argument, die eigene Werbefigur sei kein Seemann, sondern ein „Best Ager in edlem Outfit“.

„Gut situierter Herr in einem eleganten Dreiteiler“

Die Richter analysierten im Detail sowohl die Kleidung als auch die maritime Kulisse der beiden Werbekampagnen. Demnach sind die beiden Werbefiguren keineswegs identisch, Kopfbedeckung inbegriffen. In einem Fall handele es sich um eine Kapitänsmütze, im anderen um eine Elblotsenmütze. „Die Mütze ist darüber hinaus auch nicht blau, sondern dunkelgrau“, schrieben die Richter im Urteil. Ebenso der Appel-Anzug, der auf den meisten Bildern grau sei und nicht blau.

Und anders als „Käpt'n Iglo“ trägt die Appel-Figur laut Gericht keinen weißen Rollkragenpullover, „sondern eine karierte Weste mit Krawatte sowie einen Seidenschal.“ Die Appel-Figur sei darüber hinaus kein Seemann, sondern ein „gut situierter Herr in einem eleganten Dreiteiler.“ Abgesehen davon steht auf den Appel-Verpackungen auch Appel Feinkost. Dementsprechend sehen die Richter keine Verwechslungsgefahr und damit auch keine Irreführung der Käufer tiefgekühlter Fischprodukte.

Laut Urteil hat Iglo auch keine Exklusivansprüche auf die maritime Kulisse: „Die Beklagte bewirbt Fischprodukte“, heißt es im Urteil. „Es ist naheliegend, solche im werblichen Zusammenhang mit Küste und Meer abzubilden.“ Iglo hat noch die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Die nächste Instanz wäre das Münchner Oberlandesgericht.