Sängerin Tina Turner, 82, hat einen Rechtsstreit mit dem Veranstalter einer Tribute-Show um eine Doppelgängerin verloren. In diesem Fall überwiege die Kunstfreiheit das Persönlichkeitsrecht, entschied der erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) am Donnerstag in Karlsruhe.

Es ging in dem Fall um die Frage, ob das Double Dorothea „Coco“ Fletcher dem Original zu ähnlich sieht und ob Werbeplakate mit ihrem Foto und dem Titel „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ den Eindruck erwecken, der Superstar selbst stehe auf der Bühne oder unterstütze die Show. Turner hatte den Veranstalter Cofo Entertainment aus Passau auf Unterlassung verklagt (Az. I ZR 2/21).

Tina Turner gewann 2020 vor dem Landgericht

Turner ist den Angaben nach der Auffassung, dass der Betrachter der Plakate aufgrund der Ähnlichkeit zwischen Fletcher und ihr davon ausgehe, dass sie selbst auf den Plakaten abgebildet sei. Tourneeveranstalter Oliver Forster von Cofo Entertainment aus Passau hatte in Köln hingegen argumentiert, dass sich bei mehr als 100 Darbietungen der Show in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nie ein Zuschauer anschließend darüber beschwert habe, dass er nicht die echte Tina Turner zu Gesicht bekommen habe.

Letztlich geht es um die Rechtsfrage, ob in einem solchen Fall die Kunstfreiheit oder das Recht am eigenen Bild und am eigenen Namen schwerer wiegen. Weil diese ungeklärt sei, hatte das Oberlandesgericht die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

Vor dem Kölner Landgericht Köln hatte Turner Anfang 2020 Recht bekommen. Das Oberlandesgericht Köln kassierte das Urteil allerdings noch im selben Jahr. Es gewichtete in seiner Entscheidung die Kunstfreiheit höher als das Recht am eigenen Bild und eigenen Namen.