Berlin - Die Verteidigungsministerin und frühere CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat der Schwesterpartei CSU schwere Vorwürfe im Streit um die Kanzlerkandidatur gemacht. Wenn man die Legitimität von Parteigremien in Frage stelle und sie als „Hinterzimmer“ bezeichne, dann schade das „dem gegenseitigen Respekt, der Zusammenarbeit in der Union“, sagte sie am Samstag bei den Königsbronner Gesprächen der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Und im Übrigen schadet es auch den repräsentativen Strukturen, die wir in der Bundesrepublik haben“.

CSU-Chef Markus Söder pocht im Ringen mit CDU-Chef Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur darauf, dass die Unterstützung der CDU-Spitzengremien für Laschet nicht ausreichend sei. Es sei „klug, wenn man nicht nur in einem kleinen Hinterzimmer entscheidet“, hatte er dazu gesagt. Er beruft sich auf die Stimmungslage an der CDU-Basis und in der Bundestagsfraktion. Auch der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Dobrindt, hatte davor gewarnt, den Kanzlerkandidaten „im Hinterzimmer oder am Frühstückstisch“ zu bestimmen und eine Beteiligung der Bundestagsfraktion gefordert.

Kramp-Karrenbauer appellierte nun an die Führungsverantwortung der beiden Konkurrenten Söder und Laschet und forderte sie auf, sich untereinander zu einigen. „Diese Führungsverantwortung kann ihnen niemand abnehmen“, sagte sie.