Berlin - Die Umlage zur Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien sinkt 2022 deutlich. Ab dem kommenden Jahr beträgt die EEG-Umlage 3,723 Cent pro Kilowattstunde statt wie bisher 6,5 Cent, wie die vier Übertragungsnetzbetreiber am Freitag mitteilten. Zu den erneuerbaren Energien zählen beispielsweise Windräder oder Solarzellen, also umweltfreundliche Stromerzeuger. Um den CO2-Ausstoß in Deutschland insgesamt zu senken, muss ihr Ausbau finanziert werden – zum Teil von den Verbrauchern. Auch die Privathaushalte, müssen diese Umlage zahlen. Die Senkung kann sich jetzt auf den Strompreis auswirken.

Die EEG-Umlage ist allerdings nur ein Bestandteil des Strompreises. In der Branche wird damit gerechnet, dass eine sinkende Umlage die Strompreise zwar insgesamt stabilisiert, die Stromkosten aber unterm Strich nicht sinken. Auf der anderen Seite nämlich sind etwa Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Strom zahlen müssen, deutlich gestiegen.

Wichtigster Grund für die Senkung sind den Angaben zufolge der derzeit hohe Börsenstrompreis und der dadurch hohe EEG-Kontostand. Betreiber von Ökostrom-Anlagen, die Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung. Die Übertragungsnetzbetreiber verkaufen den eingespeisten Strom dann an der Strombörse. Da die Preise an der Börse unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen liegen, wird den Netzbetreibern der Differenzbetrag erstattet. Steigt der Börsenpreis, sinkt also die Umlage.

Der Marktpreis für Börsenstrom lag den Betreibern zufolge Anfang Oktober rund 152 Prozent über dem Wert, der im vergangenen Jahr für 2021 angenommen wurde.

EEG-Umlage wird seit dem Jahr 2000 erhoben

Die Umlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird seit 2000 erhoben. Bei Einführung betrug die Umlage 0,19 Cent pro Kilowattstunde Strom – seitdem stieg sie in den allermeisten Jahren, zuletzt sank sie hingegen 2018 und 2019 leicht. Ein neuer Anstieg konnte zuletzt nur durch den Bundeszuschuss vermieden werden.

Der Bundeszuschuss beträgt 0,934 Cent und wird in diesem Jahr ausschließlich aus den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung finanziert, wie die Betreiber mitteilten. Ohne den Zuschuss läge die EEG-Umlage also im kommenden Jahr bei knapp 4,7 Cent.