Studie: Bestimmte Corona-Impfungen sollen Kinderwunschbehandlung beeinflussen

Einige Corona-Vakzine beeinflussen offenbar die Mechanismen bei einer künstlichen Befruchtung. Diese Impfstoffe sind betroffen.

Impfung gegen das Coronavirus.
Impfung gegen das Coronavirus.dpa/Felix Kästle

Eine Impfung gegen Corona könnte wichtige Mechanismen bei einer künstlichen Befruchtung temporär verändern. Das legen die Ergebnisse einer neuen Studie aus China nahe. Die Medizinerinnen und Mediziner veröffentlichten sie kürzlich im Fachblatt JAMA Network Open. Betroffen sind demnach Impfstoffe, die auf inaktivierten Viren basieren. 

Die Mediziner untersuchten, wie sich eine Impfung mit inaktivierten Viren auf den Erfolg einer künstlichen Befruchtung in Form einer In-vitro-Fertilisation (IVF) auswirkt. Patientinnen einer chinesischen Kinderwunschklinik, die 30 Tage oder weniger oder zwischen 30 und 60 Tagen vor einer IVF geimpft wurden, hatten demnach signifikant niedrigere Schwangerschaftsraten als Patientinnen, die sich 91 Tage oder mehr nach der Corona-Impfung einer IVF unterzogen. Die Untersuchung umfasste allerdings nur 3000 Teilnehmerinnen.

Impfstoffe von Moderna und Biontech nicht betroffen

„Die potenziellen entzündlichen Veränderungen nach der Impfung könnten ähnlich wie bei der Sars-CoV-2-Infektion die Prozesse der frühen Embryonalentwicklung und der anschließenden Implantation beeinträchtigt haben“, vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie empfehlen aufgrund ihrer Forschungsergebnisse frühestens 60 Tage nach einer Corona-Impfung mit einem inaktivierten Virus mit einer Kinderwunschbehandlung zu beginnen.

Zu den betroffenen Impfstoffen gehören etwa die beiden Impfstoffe von Sinopharm und Sinovac, die vornehmlich in China und in weniger wohlhabenden Ländern zum Einsatz gekommen sind. Die in Deutschland hauptsächlich verabreichten mRNA-Impfstoffe seien nicht betroffen, wie der deutsche Experte Wolfgang Würfel gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betont.