Washington - Einer Studie zufolge verdoppelt sich in den USA der Anteil der britischen Corona-Variante an den insgesamt erfassten Infektionen etwa alle zehn Tage. Damit dürfte B.1.1.7 im Laufe des nächsten Monats „fast sicher“ in vielen Bundesstaaten die vorherrschende Variante des Coronavirus werden, heißt in einer noch nicht in einem Fachjournal veröffentlichten, noch nicht unabhängig geprüften US-Studie. Die Variante ist demnach wohl 35 Prozent bis 45 Prozent ansteckender als der bisher kursierende Erreger.

Die Analyse von Forschern des kalifornischen Scripps-Instituts, der Diagnostikfirma Helix und anderen stützt sich auf Genomanalysen von Corona-Tests. Sollte die Prognose zutreffen, dürfte sich die Pandemie in den USA ab März wegen der höheren Ansteckungsrate wieder zuspitzen. Zuletzt war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA im Schnitt auf rund 120.000 zurückgegangen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits Mitte Januar gewarnt, die britische Mutation verbreite sich schnell und könne bis März in den USA «zur vorherrschenden Variante» des Coronavirus werden. Das CDC stützte sich dabei auf die Beobachtung des Verlaufs in anderen Ländern.

Behörden in den USA führen bislang nur sehr wenig Genomanalysen durch. Bis Sonntag waren laut CDC in 33 Bundesstaaten nur 690 Infektionen mit der Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden. In vielen Fällen waren die Infizierten davor nicht in anderen Ländern unterwegs, weswegen Experten längst von einer deutlich größeren Verbreitung der Mutation ausgehen.

In den USA sind seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr bislang 27 Millionen bestätigte Infektionen gemeldet worden. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern zählten die Behörden seither fast 465.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2.