Berlin - Corona-Genesene mit mildem Verlauf könnten einer Studie zufolge lebenslang immun sein. Genesene, die nur geringfügig Symptome hatten, haben fast ein Jahr nach ihrer Erkrankung noch Antikörper im Blut, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Die Zahl der Antikörper würde nach einer Infektion zwar schnell wieder absinken, wie aus früheren Studien bekannt. Jedoch würden die Antikörper nie ganz verschwinden, was zu einer lebenslangen Immunität führen könnte.

Die Forscher halten allerdings fest, dass Menschen, die einen schweren Verlauf nach einer Infektion hatten, aufgrund einer Vielzahl an Entzündungen, die „zu einer fehlerhaften Immunantwort“ führen können, weniger geschützt sein könnten. Dagegen spreche wiederum, dass ein häufiger Grund für einen schweren Verlauf sein könnte, dass diese Infizierten viele Viren im Körper haben. Dies könne zu einer guten Reaktion des Immunsystems führen.

Antikörper waren nach elf Monaten nach wie vor nachweisbar

Für die Studie wurden Blut und Knochenmark von ingesamt 77 Menschen, die von einer leichten Corona-Infektion betroffen waren, entnommen. Vier Wochen nach der Infektion erfolgte die Blutentnahme dann alle drei Monate. Sieben bis acht Monate nach der Infektion wurden achtzehn Teilnehmern auch Knochenmark entnommen. Fünf von ihnen wurde nach fast einem Jahr nach der Infektion erneut Knochenmark entnommen. 

Die Wissenschaftler verglichen die Proben der Erkrankten mit denen von elf Personen, die nie infiziert waren. Die Zahl der Antikörper habe sich im Ergebnis zwar verringert, sie seien aber nach elf Monaten nach wie vor nachweisbar gewesen. Co-Autor Ali Ellebedy hält laut Bild-Zeitung fest: „Es ist normal, dass die Antikörper nach einer akuten Infektion sinken, aber sie sinken nicht auf null, sie erreichen ein Plateau.“